CD Rezension: Diary of Dreams – hell in Eden

Passend zur bevorstehenden dunklen Jahreszeit präsentieren Diary of Dreams ihr neues düsteres Werk „hell in Eden“. Künstler sagen ja immer gern, dass das neuste Werk ihr bestes bisher sei. Wie aber sieht es mit diesem aus?

Zu dem unverwechselbaren Klang der Songs von Diary of Dreams trägt sehr stark die außergewöhnliche und einprägsame Stimme von Sänger und Bandleader Adrian Hates bei. Sein sanft-düsterer Gesang umschmeichelt die Gehörgänge und unterstützt ideal die dunkle Stimmung. Dies ist etwas, was die Band schon von anderen abhebt. Auch musikalisch sind Diary of Dreams schon immer eine Welt für sich.

Gleich der Opener „Made In Shame“ ist wahrlich großes Kino. Theatralisch und beinahe wie ein Soundtrack muten die ersten Klänge an. Bedächtig voranschreitend und doch durchzogen von elektronischen Klängen, die sich harmonisch einpassen, stimmt dieser Song wunderbar auf das ein, was noch kommt. Nicht minder bombastisch kommt das folgende Stück „Epicon“ daher. Sehr viel geradliniger geben sich Diary of Dreams bei „Decipher Me“ zu Werke. Mit seinem geradlinigen Beat und den flächigen Synthies ist dieser Song wie gemacht für die dunklen Clubs. Tanzen und treiben lassen, während die Strobo-Blitze durch den Nebel zucken. Das ist es, was dieser Song vermittelt. Wie als Konterpunkt dazu ist das Titelstück ein geradezu sanfter Popsong „hell in Eden“. Der komplett in deutsch gesungene Text wirkt wie ein kleiner Lichtschimmer im sonst durchaus düsteren Album, obwohl auch der Text durchaus beklemmend ist. Noch ruhiger als dieses Stück ist „Beast Of Prey“. Diese düstere Ballade geht unter die Haut. Dies sind nur einige Beispiele, die den Facettenreichtum des Albums widerspiegeln.

Egal ob ruhiger Pop-Song, Ballade oder Disco-Stampfer, alle Songs fügen sich in den Gesamtkontext des Werkes gut ein. Ein wenig fühlt man sich beim Hören in die frühen 90er Jahre zurückversetzt als Dark-Wave noch echt düster war und keine kommerzialisierte Popmischung. Diary of Dreams gelingt es mit diesem Album meisterhaft, eine dichte und hochemotionale Stimmung zu transportieren. Interessant und überraschend ist auch das limitierte Panorama-Digipak, das seinen Namen wahrlich verdient. Es dauert eine Weile bis man sich zum begehrten Tonträger vorgearbeitet hat. Anstelle eines eingelegten Booklets sind die Texte und Artworks auf das wahrlich riesige Panorama Digipak gedruckt.

Das Album kann man getrost als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Es gibt keinen Song, der hier besonders heraussticht. Dies ist aber keine Kritik, sondern zeigt eher, dass alle Stücke von gleich hoher Qualität sind und zu einem homogenen Gesamtwerk verschmelzen. Also CD einlegen, Licht dimmen und genießen! Das vielleicht beste Album von Diary of Dreams überhaupt!

Tracklist:
01. Made In Shame
02. Epicon
03. Decipher Me
04. Hell In Eden
05. Perfect Halo
06. Beast Of Prey
07. Listen And Scream
08. Traces Of Light
09. Mercy Me
10. Bird Of Passage
11. Sister Sin
12. Nevermore
13. Hiding Rivers

Label: Accession (Indigo)
Format: Audio CD
Genre: Dark-Wave, Electro
VÖ-Datum: 06.10.17
Webseite: http://www.diaryofdreams.de

Rezension: Karsten Henze

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