CD Rezension: Vogelfrey – In Ekstase

Die Band „Vogelfrey“ ist im Mittelalter-Bereich bereits eine feste Größe. Nach diversen Festival-Gastspielen konnte der „Pakt der Geächteten“ seine Fanbase immer weiter ausbauen. Nun steht mit „In Ekstase“ der nächste Geniestreich bereit, der sich mit den verschiedenen Formen des Rausches beschäftigt.

„Crystal Met“ ist ein gelungenes Wortspiel und ein absoluter Partytrack. Unterschwellig wird unsere Kommerzgesellschaft angeprangert, was der Feierstimmung allerdings keinen Abbruch tut. Mit „Mittelalter Rockstar“ nimmt die Band die Reizüberflutung in diesem Bereich auf die Schippe. Mit dieser Nummer dürften sich „Vogelfrey“ unsterblich machen, da nicht nur die Band die Expansion dieser Szene kritisch sieht. Deutlich schneller zeigen sich die Musiker bei „Der Meister“. Ein typischer „Vogelfrey“-Song, für den diese Band verehrt wird. „Rauschpfeife“ kommt im gemütlichen Reggae-Metal daher und verbreitet eine angenehme Atmosphäre. Düster und bedrohlich wird es bei „Heiland“. Irgendwo zwischen hier und der Anderswelt musiziert die Band und zieht den geneigten Zuhörer direkt in ihren Bann. Wer bei „Tanz für mich“ nicht direkt zum nächsten Konzert aufbrechen will, dem ist nicht mehr zu helfen. Schnell, melodisch und ein packender Text zeichnen diesen Geheimtipp des Albums aus. Um der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, wurde „Maskenball“ geschrieben. Der CD-Käufer wird direkt auf einen pompösen Ball geschleudert und die Verfehlungen der Menschheit dargeboten. Der brutalste Titel des Albums ist zweifelsohne „Berserkerwut“. Rhythmisch mit ordentlich Drive zeigen „Vogelfrey“ hier ihre harte Seite. Ein gelungener Beitrag, den man immer wieder hören will. Das Gegenbeispiel zu diesem Track bringt die Band direkt im Anschluss mit „Mondsucht“. Zu einer bekannten Kinderlieder-Melodie komponierten die Hamburger eine grandiose Power-Ballade. Der ruhige „Abgesang“ beendet dann schlussendlich das neueste Kapitel in der Bandgeschichte. Romantisch-verträumt verabschieden sich „Vogelfrey“ von ihren Fans.

Fazit: „Vogelfrey“ waren immer eine besondere Band. Die Texte stachen stets aus der Masse heraus. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum haben sich die Spielleute musikalisch deutlich weiterentwickelt. „In Ekstase“ macht seinem Namen alle Ehre. Sofort kaufen und sich berauschen lassen.

Trackliste:
01. Crystal Met
02. Mittelalter Rockstar
03. Der Meister
04. Rauschpfeife
05. Heiland
06. Tanz Für Mich
07. Maskenball
08. Wach Im Traum
09. Berserkerwut
10. Mondsucht
11. Abgesang

Label: Metalville (Rough Trade)
Format: Audio CD
Genre: Mittelalter Rock, Metal
VÖ-Datum: 29.09.2017
Webseite: http://www.vogelfrey.net/
Rezension: Fabian Bernhardt

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s