CD Rezension: Eisbrecher – Sturmfahrt

Mitten im Sommer sticht der Eisbrecher wieder in See. Die Band um den charismatischen Frontmann Alex Wesselsky hat ihr neustes Werk „Sturmfahrt“ vom Stapel gelassen und ist damit prompt auf Platz 1 der Charts gelandet. Das Artwork verspricht ein stürmisches Musikerlebnis. Wir testen, ob dem Hörer hier wirklich der Hut wegfliegt oder ob es doch nur ein laues Lüftchen ist.

Der bereits vorab als Single veröffentlichte Song „Was ist hier los?“ stampft mit einem groovigen Beat und breiten Gitarren-Riffs mächtig voran. Beim zweiten Song „Besser“ geben Eisbrecher noch ein bisschen mehr Gas. Flotte Beats treiben die Riffs in den Strophen an. Der Refrain regt zum kräftigen Schütteln des Haupthaars an und wird bei den Shows sicher für Begeisterung sorgen. Wer auf treibende Beats steht, der wird an dem gleichnamigen Song „Sturmfahrt“ seine Freude haben. Hier drücken die Jungs das Gaspedal bis zum Bodenblech durch und liefern eine krachende Rocknummer ab. „Lass uns auf Sturmfahrt gehen“ sing Alex und der Beat hämmert dazu. Großartig! Ähnlich brachial geht die Band auch bei „Das Gesetz“ zu Werke. Auch der „D-Zug“ macht seinem Namen alle Ehre.

Auf „Sturmfahrt“ wagen sich Eisbrecher gleich an zwei musikalische Klassiker. Im Song „In einem Boot“ verarbeiten sie die berühmte Melodie aus „Das Boot“ von Klaus Doldinger und der Song „Eisbär“ ist eine Coverversion des NDW-Klassikers von Grauzone. „In einem Boot“ ist ein getragener und emotionaler Rocksong, bei dem die bekannte Melodie sehr fein eingewoben wurde. Dem NDW-Song „Eisbär“ haben Eisbrecher ihren typischen Sound übergebügelt. Ein geradliniger Beat, ein paar elektronische Klänge und E-Gitarren. So richtig mag der Funke hier aber nicht überspringen. Dazu bietet die Nummer zu wenige Innovationen und bleibt zu dicht am Original. Hier wäre mit etwas mehr Kreativität mehr drin gewesen.

Die musikalische Bandbreite des Albums reicht wesentlich weiter als bei typischen NDH Bands. Eisbrecher selbst fühlen sich diesem Genre auch nicht wirklich zugehörig und lassen sich schon von jeher nicht in eine Schublade stecken. Ein Song, der dies unterstreicht ist „Wo geht der Teufel hin?“. Dieser geradezu als soft zu bezeichnende Track ist eine Mischung aus Rock und Pop und wäre mit Sicherheit auch für viele Radiosender spielbar.

Eisbrecher liefern mit „Sturmfahrt“ ein sehr vielseitiges Album ab, das sowohl Fans treibender Rocksongs zufriedenstellt als auch die Airplay-Qualitäten der Band zeigt. Nicht ohne Grund hat die Band inzwischen ein große Fangemeinde, ausverkaufte Shows und höchste Platzierungen in den Charts. Das Artwork verspricht jedenfalls nicht zuviel, denn die Scheibe enthält gleich mehrere Songs, bei denen es richtig stürmisch zugeht.

Anspieltipps:
Sturmfahrt
In einem Boot
Wo geht der Teufel hin?

Tracklist:
01. Was ist hier los?
02. Besser
03. Sturmfahrt
04. In einem Boot
05. Automat
06. Eisbär
07. Der Wahnsinn
08. Herz auf
09. Krieger
10. Das Gesetz
11. Wo geht der Teufel hin?
12. Wir sind Rock’n’Roll
13. D-Zug
14. Das Leben wartet nicht

Label: RCA/Sony Music
Format: Audio CD
Genre: NDH, Rock, Gothic
VÖ-Datum: 18.08.17
Webseite: http://www.eis-brecher.com

Rezension: Karsten Henze

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