CD Rezension: Sunterra – Reborn

Die österreichische Band Sunterra feiert ihr Comeback mit einem Mini-Album mit dem passenden Namen „Reborn“. Die Band vereint Metal, Gothic, Electro und teilweise auch Dubstep-Elemente. Kann das funktionieren? Wir haben reingehört.

Die Österreicher begrüßen den Hörer mit einem krachenden Metalsound. Der Opener „Reign Supreme“ bewegt sich irgendwo zwischen Gothic und Industrial Metal. Raue männliche Shouts und Growls bilden den Gegenpart zum harmonischen, aber doch kraftvollen Gesang von Sängerin Lilly. Nach einer Weile hat man sich in die Spielart der Band eingehört und merkt, wie eingängig dieser Song ist. Insbesondere die melodischen Gesangsparts erweisen sich schon nach einem Durchlauf als ohrwurmverdächtig.

Damit der geneigte Metal-Fan sich vom Headbangen beim Opener erholen kann, folgt mit „Shadow in the Dark“ eine unerwartet ruhige Nummer. Zarte Geigen gefolgt von schrägen elektronischen Klängen drängen hier an das Ohr des Hörers. Nach einer knappen Minute übernimmt ein verträumt, zartes Piano die musikalische Leitlinie und entfaltet gemeinsam mit Lillys Stimme eine zauberhafte Atmosphäre. Umrahmt von elektronischen Klängen und Flötenklängen mischen sich Stellenweise Metalsounds ein. Dabei schrecken Sunterra auch vor teilweise sehr abrupten Übergängen nicht zurück, denn nach knapp dreieinhalb Minuten wandelt dieser Song abermals seinen Charakter und nimmt einen stoisch voranschreitenden Metal-Electro-Beat an. Hier frönt die Band dem Subgenre Metalstep, einer Abwandlung von Dubstep. Sägende E-Gitarren, abermals Growls und der weibliche Gesang bilden die Trademarks bis zum Ende des Songs.

Das dritte Stück beginnt zunächst wie ein typischer Metalsong mit sägenden Riffs und einem langsam voranschreitenden Schlagzeug im Rammstein-Stil. Elektrosounds im Hintergrund zeigen ab schon hier die Eigenheiten von Sunterra. Zwischendurch flechten die Österreicher Elektroparts im 4/4 Takt. In überwiegend elektronische Gefilde begeben sich Sunterra dann mit „This is W.A.R.“. Der Song klingt in weiten Teilen wie eine Mischung aus 90er Eurodance und Metal. Auch hier zeigt sich wieder das für Sunterra typische Stilelement unerwarteter musikalischer Wechsel, wenn sich an einen krachenden Metal-Dance-Part plötzlich eine von Piano getragener Passage anschließt. Insgesamt ist „This is W.A.R.“ ein tanzbarer Song, der auch die Tranzflächen im Club zum kochen bringen wird.

Das Mini-Album endet mit dem Elekrto-Metal-Hybrid „Shut up!!!“. Leise Parts mit flüsternden Stimmen wechseln sich hier mit groovenden Parts ab. E-Gitarren und elektronische Klänge scheinen hier gleichberechtigt nebeneinander zu stehen. Jedenfalls sind die E-Gitarren nicht so dominant wie bei manch anderem Song. Dies verleiht „Shut up!!!“ gepaart mit dem treibenden Groove einen beschwingten Charakter.

An Abwechslung und Experimentierfreude mangelt es der Band wahrlich nicht. Dem ein oder anderen Metal-Fan wird das möglicherweise etwas zu experimentell sein, was Sunterra hier abliefern. Nichtsdestotrotz macht die CD Lust auf mehr.

Anspieltipps:
Reign Supreme
This is W.A.R.
Shut up!!!

Tracklist:
01 Reign Supreme
02 Shadow in the Dark
03 Lord of Lies
04 This is W.A.R.
05 Ministry of Thoughts
06 Shut up!!!

Label: NRT-Records
Format: Audio CD
Genre: Gothic Metal, Industrial Metal, Metalstep
VÖ-Datum: 20.01.17
Webseite: http://www.sunterra.at

Rezension: Karsten Henze

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