CD Rezension: Holygram – Holygram

Mit ihrer Debüt EP wagt die Kölner Band den Brückenschlag zwischen New Wave und Post Punk. Dazu laden sie ein zu einem musikalischen Bummel durch das Zwielicht einer Großstadt, der seinesgleichen sucht.

Insgesamt fünf Songs und vier Remixe erwarten den Hörer und damit schon fast die Spielzeit eines vollständigen Albums. Der melancholisch, schleppende Opener „Hideaway“ lässt großes Kopfkino entstehen. Wie der Gang durch eine nächtliche Großstadt, geprägt von einer unterschwellig düster, depressiven Stimmung wirkt dieser Song. Dennoch scheinen auch die vielen Lichter der Großstadt durch die eingebauten Baselines nur so um den Kopf herumzuschwirren. Holygram verstehen es fabelhaft ein Gefühl von Entfremdung aufzubauen.

Flotter geht es bei „Daria“ zu. Der Beat lädt zum Tanzen ein und macht diesen Song zum perfekten Soundtrack für alle Fans von vernebelten Clubs. Der „Bob Humid’s No Control Remix“ dieses Songs legt die Betonung noch stärker auf elektronische Elemente und rückt sowohl den Beat als auch einen piependen Synthesizer in den Vordergrund. Ein klein wenig geht dadurch die dichte Atmosphäre des Originals verloren. Dafür ist dder Remix noch clubtauglicher.

Kein Song verbindet mehr Gegensätzlichkeit auf dieser EP als „Acceleration“. Während man hier dem Titel nach vielleicht eher einen zackigen Beat erwartet, ist der Song ein sehr langsames und geradezu schleppend depressives Stück. Auch zu diesem Song gibt es auf der EP einen Remix. Dieser ruft den Electro-Sound der 80er auf den Plan und zeigt ganz neue Nuancen des ohnehin schon großartigen Stücks, indem die flächigen Sounds etwas in den Hintergrund rücken.

Die EP endet mit dem Remix namens „Dreamed by Box And The Twins“ des Songs „Still There“. Fast surrealistisch, weit weg klingt hier der Gesang. Ein dumpfer, schleppender Beat und atmosphärisch-düstere Klänge machen den Song zum perfekten Ausklang der EP.

Den Namen Holygram sollte man sich merken. Die CD macht Lust darauf diese großartigen Musiker auch einmal auf der Bühne zu erleben.

Anspieltipps:
Hideaway
Still There (Blind Delon Remix)
Still There (Dreamed by Box And The Twins)

Tracklist:
1. Hideaway
2. Daria
3. Acceleration
4. Still There
5. Distant Light
6. Acceleration (D’Evoé Remix)
7. Still There (Blind Delon Remix)
8. Daria (Bob Humid’s No Control Remix)
9. Still There (Dreamed by Box And The Twins)

Label: Reptile Music
Format: Audio CD
Genre: Postpunk, New Wave
VÖ-Datum: 17.02.17
Webseite: http://www.holygram.band

Rezension: Karsten Henze

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