Neverending Symphonic Metal: Morlas Memoria

Die Symphonic Metal Band Morlas Memoria ist noch kurz vor Jahresende schwer beschäftigt mit der Fertigstellung ihres zweiten Albums. Geschmiedet mit harten Metalsounds, virtuosen Klängen klassischer Musik und der Stimme von Frontfrau Leandra verspricht die Band ein außergewöhnliches Album. Wir haben der Band schon vorab einige Geheimnisse entlockt.

Bereits mit ihrem 2014 veröffentlichten Erstlingswerk „Follow the Wind“ konnte die Band für Aufmerksamkeit sorgen. Derzeit laufen nicht nur die Arbeiten am Nachfolger, sondern auch eine Cowdfunding Kampagne zur Finanzierung des neuen Werkes:

https://www.startnext.com/morlasmemoria

SzeneChecker (SC): Ihr finanziert das neue Album über Crowdfunding. Ist das euer erstes Crowdfunding Projekt? Was waren die Gründe für euch, gerade diese Variante zu wählen?

Morlas Memoria (MM): Wir haben seinerzeit – bei unserer ersten Scheibe – auch schon auf diese Möglichkeit zurückgegriffen, jedoch nicht in dem Umfang, wie es jetzt der Fall ist. Damals mussten wir nur das Geld für die Pressung zusammenbekommen, jetzt wird davon ein großer Teil der Gesamtproduktion gestemmt werden müssen. Wir haben uns für diesen Weg entschieden, weil wir schlichtweg erstmal keine andere Möglichkeit gesehen haben, um die Produktionskosten stemmen zu können, da wir zum großen Teil noch alle in der Ausbildung stecken. Für die Fans ist beim Crowdfunding das Schöne, dass sie zum Beispiel das kommende Album vergünstigt erhalten können und auch weiterführend in unsere Arbeit schnuppern können. Da kann man Einblicke hinter die Kulissen erhalten, die ansonsten wohl eher unter Verschluss wären.

SC: Euer Album wird sich ja auch auf „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende beziehen. Wird es auch eine durchgängige Story und passende Illustrationen geben?

MM: Es wird einen roten Faden geben, der lose dem Buch folgt. Dabei wird es akustische Begegnungen mit allerlei wunderlichen Ereignissen und Gestalten geben. Wer die Geschichte aber in Gänze erfassen möchte, der muss sich wohl mit dem Original auseinandersetzen. Über Illustrationen haben wir auch nachgedacht, aber es ist so, dass ja jeder in der Band eine andere Vorstellung von Phantasien, seinen Wesen und seiner Natur hat. Wohl beinahe jede konkrete Illustration würde da bei einem Großteil auf inneren Wiederstand stoßen. Und das können wir keinem Künstler antun, der für uns arbeiten soll. 😉 Musik und das geschriebene Wort haben eben genau das gemeinsam: Dass man sich seine eigenen Bilder machen kann! Illustrationen würden uns da zu viel eingreifen. Natürlich wird es aber irgendwas auf und in der Verpackung zu sehen geben. Es wird aber mehr allegorischer Natur sein.

SC: Die Symphonic Metal Szene ist ja nicht gerade arm an Bands. Was würdet ihr sagen hebt euch besonders von der Masse der Bands ab?

MM: Sicherlich gibt es einige Truppen, aber eigentlich ist jedes Genre mittlerweile vollgestopft mit Bands. Durch das Internet bekommt man nur leichter von all der Fülle etwas mit. Wir sehen uns da ein wenig als Vorkämpfer des Ostens für diese Musik, da wir tatsächlich wohl die östlichste Band in Deutschland zu sein scheinen, die so etwas macht. Von Radebeul bis Frankfurt/Oder ist dann erstmal Flaute. Das mit dem Abheben ist immer eine schwierige Sache. Wir finden natürlich schon, dass unsere Kompositionen deutlich andersartig sind als bei vielen Kollegen. Wir sind sehr rifforientiert, d.h. wir bauen bei den härteren Stücken eigentlich immer ein wiedererkennbares Gitarrenmotiv ein.  Das Album wird klanglich auch nicht diesen „Plastiksound“ vieler anderer Alben bieten. Wir versuchen alles so natürlich wie möglich klingen zu lassen. Und nicht zuletzt haben wir mit Leandra eine astreine klassische Sängerin, die ihr Handwerk vollends beherrscht. Da muss keine Kosmetik angesetzt werden. Im Übrigen ist sie mit ihrem Mezzosopran stimmlich auch etwas tiefer gelegen als viele Kolleginnen, die sich häufig in noch luftigeren Höhen austoben. Das finden wir sehr angenehm. Und nicht zuletzt werden unsere Orchesterpassagen nicht nur einfach Keyboardspuren mit klassischen Sounds sein, sondern es liegt ihnen tatsächlich ein echtes Orchesterarrangement zu Grunde. Da steckt eine enorme Liebe zum Detail drin mit viel Abwechslung. Wir werden dem Entdecker viel anzubieten haben.

SC: Für die Aufnahmen eures neuen Albums habt ihr auch einige sehr aufwendige akustische Parts wie etwa einen Chor und diverse klassische Instrumente geplant. Werdet ihr das dann auch mal auf als ganz große Show mit Chor & Co. auf die Bühne bringen?

MM: Wie gern würde man das machen! Wenn wir das hier noch ein paar Jahre machen, dann hoffen wir natürlich, dass so etwas irgendwann einmal möglich sein wird.

SC: Wird es euer Album nur als CD oder auch digital oder über Streaming geben?

Darüber haben wir uns bisher noch keine Gedanken gemacht. Aber ich bin mir sicher, dass die üblichen Kanäle der heutigen Zeit alle bedient werden.

SC: Die Metalszene wird wie viele andere Musikgenres gerade von einem Trend hin zur Schallplatte geprägt. Wäre das auch für euch eine Option eine limitierte Kleinserie pressen zu lassen?

MM: Es gab tatsächlich ein paar Leute, die auch schon unser Debüt als Schallplatte haben wollten. Bisher sind es aber noch zu Wenige. Da die Herstellungskosten höher sind als bei einer CD muss man da wohl noch einige Zeit warten, bis die Nachfrage gestiegen ist.

Danke für das Interview!

Interview & Foto: Karsten Henze

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