Mehr Bock als alle Anderen … Interview mit Existent

Sie sind jung, sie kommen aus Hamburg und sie rocken! Existent spielen was ihnen gefällt – von Rock bis Metal. Harte Riffs und deutsche Texte sorgen für heiße Ohren. Wir haben den Newcomern auf den Zahn gefühlt und ihren so manches Geheimnis entlockt.

SzeneChecker (SC): Wo liegen eure musikalischen Wurzeln?

Existent (E): Wir haben alle unterschiedliche Musikgeschmäcker, daher lassen sich die „Wurzeln“ auch nicht direkt festlegen. Im Prinzip haben wir zu Gründungszeiten von Pop, House, Metal, Rock bis hin zu Rap alles gehört. Dabei wurde der musikalische Fokus bei unserer Musik auf harte Rockmusik gelegt, wie auf dem Album deutlich zu hören ist. Wir werden in Zukunft allerdings auch vielfältiger Songwriting betreiben, sodass in zukünftigen Songs auch andere musikalische Elemente zu hören sein werden…

SC: Wie habt ihr als Band zusammengefunden?

E: Der Großteil kannte sich bereits aus der guten alten Vorschulzeit. Der Entschluss eine Band zu gründen geschah aber nicht in der Sandkastenzeit, sondern später – mit Mitte 16, als wir Bock bekamen zusammen zu rocken.

SC: Ihr hattet ursprünglich mal vier Gitarristen und keinen Schlagzeuger. War da der Sound auch schon Deutschrock?

E: Was für ein Sound? Und noch viel besser gefragt „Was für eine Band?“. Die Anfangszeiten der Bandgeschichte sind nur Geschichten ohne Musik. Wir hatten einfach Spaß und fanden gefallen daran Krach zu machen – leider noch ohne Schlagzeuger. Damals waren die musikalischen Ansprüche noch wesentlich geringer. Da wurde auch 1,5 Stunden das gleiche Lied geübt und wir haben uns dafür übelst abgefeiert.

Existent-Startschuss-Bandfoto-2

SC: Wie seid ihr auf den Bandnamen „Existent“ gekommen?

E: Wir haben uns ja nicht viel dabei gedacht, als wir zusammen angefangen haben. Es ging um Spaß. Uns wurde allerdings schnell klar, dass die Dinge anders laufen, als wir es uns vorgestellt haben. Es ist als junge Band sehr schwer sich zu finanzieren, wenn keiner Kohle hat, aber das Album vernünftig klingen soll. Es ist ein riesen Aufwand sich um alles alleine zu kümmern, hier und da wird man dann mal verarscht, hat Probleme beim Booking usw.. Das hat uns natürlich irgendwie runter gezogen, bis wir dann gesagt haben „Fuck off!“. Der Name mag komisch klingen, hat aber deshalb für uns die Bedeutung unser Ding zu machen, zusammen zu halten und das auf unsere Art durchziehen – einfach wir selbst sein.

SC: Welche Bands haben euch musikalisch und inhaltlich besonders beeinflusst?

E: Puuuh, das dürfte nun für jeden sehr subjektiv sein. Wie bereits angesprochen sind unsere Geschmäcker unterschiedlich. Daher können wir hier keine direkten Bands oder Künstler nennen. Vielmehr schleichen sich hier und da immer mal wieder heimlich Einflüsse ein. Das variiert aber über Pop bis Metal und fällt uns selber nicht immer direkt auf.

SC: Ihr habt es geschafft mit euren Songs auch Airplay im Radio zu bekommen. Würdet ihr für mehr Airplay oder einen Plattenvertrag euren Stil anpassen oder lasst ihr euch davon nicht beeinflussen?

E: Puh, das haben schon viele verneint und es am Ende doch getan. Das Album ist sehr gerade, geht sehr nach vorne und ist nur an wenigen Stellen radiotauglich. Aber auch wir werden uns musikalisch weiter entwickeln und das in die Richtung, auf die wir Bock haben. Der eine oder andere Fan nimmt diese Veränderung nicht an und feiert die Musik nicht mehr. Verübeln kann man das den Menschen nicht, weil wir Gewohnheitstiere sind und sie möglicherweise nur auf einen Stil steil gehen und die Entwicklung kacke finden. Dennoch wissen wir nicht auf was für Musik wir in 5 oder 10 Jahren Bock haben. Wenn es ein Song ins Radio schafft heißt das ja aber auch nicht, dass er für Rocker nicht mehr hörbar ist und wenn dieser Song nicht gefällt, kann es immer noch der Rest des Albums. Letztlich stehen wir alle auf harte Musik und dabei wird es auch bleiben, auch wenn diese mit der Zeit reifer wird, weil wir reifer werden.

Existent-Startschuss-Cover-300dpi

Cover des Debütalbums

SC: Euer Debütalbum trägt den prägnanten Namen „Startschuss“ und erscheint bei Rude
Records. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Label?

E: Wir haben Ewigkeiten überlegt auf welchem Wege wir unser erstes Album rausbringen sollen. Weil uns das Album sehr am Herzen liegt, wollten wir da natürlich so viel wie möglich mitreden. Rude Records ist ein Label des mittlerweile legendären Plattenladen- und Label Remedy Records. Jörn (der Boss), ist ein prima Kerl, den wir durch gemeinsame Gigs kennengelernt haben, mit dem wir gut klar kommen und das sind super Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit.

SC: Neben vielen Songs habt ihr auch schon vier Musikvideos veröffentlicht. Stammen die Ideen und auch die komplette Umsetzung der Videos von euch?

E: Die Grundideen stammen im Regelfall von unserem Sänger Marcel in Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Kameramann Finn Köln – dabei wird der Song ausgewählt und erste Umsetzungsideen gesammelt. Mit dem Rest der Band wird dann an der konkreten Handlung und der Umsetzung gearbeitet, bis dann nach meist langen und anstrengenden Drehtagen das Video zusammengeschnippelt wird.

SC: Mit Deutschrock spielt ihr in einem Genre, in dem auch sehr viele andere Bands unterwegs sind. Was ist aus eurer Sicht das Besondere an Existent?

E: Wir sind jung und haben mehr Bock als alle Anderen. Das Genre Deutschrock ist uns relativ Latte, wir wollen geile Musik machen. Außerdem sind wir derbe die Studentenhipsterband, amk..

SC: Zum Schluss könnt ihr noch ein eigenes Statement oder einfach nur Grüße loswerden.

E: Kauft den Album! Danke für den Interview Wir lieben euch.

Danke für das Interview!

Interview: Karsten Henze
Fotos: Band

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Ein Gedanke zu „Mehr Bock als alle Anderen … Interview mit Existent

  1. Egbert Zimmermann

    Guter Sound und im großen und ganzen sehr gute Texte.
    Ich werde aufjedenfall weiter zu Ihren Konzerten gehen und bin sehr gespannt wo die Jungs in ein paar Jahren stehen werden.

    Gefällt mir

    Antwort

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