Zwischen Brutalität und Emotion … Ost+Front im Interview

Musikalisch eine Mischung aus Metal, Elektro und Industrial sorgt diese Band immer wieder für Überraschungen. MIt ihren Shows und Texten schockieren sie bewusst. Daher passt auch der Name des neuen Albums „Ultra“ wie die Faust aufs Auge. Im Interview erfahrt ihr mehr dazu und weitere Neuigkeiten rund um Ost+Front.

SzeneChecker (SC): Wie fand die Namensfindung für das Album „Ultra“ statt?

Hermann (H): Es gab hunderte Ideen für den Titel. Ein Begriff der in der Tradition der ersten zwei Alben bleibt und eine Steigerung versinnbildlicht wurde gesucht. Ich mache dann immer eine große Liste und streiche nach und nach weg. Am Ende blieb „Ultra“. Und so ist das Album auch. Es ist wirklich extrem gut geworden. Der Titel ist quasi eine Kaufempfehlung, die es dem Musikliebhaber erleichtert, seine Sammlung um einen Juwel zu erweitern.

SC: Wer ist für eure Artworks zuständig? Und wie ist konkret das Albumcover von Ultra entstanden?

H: Das ist ein Freund der Familie Ost+Front. Sein Pseudonym ist User. Er ist so etwas wie der Stardesigner der schwarzen Szene. Er hat mit unzähligen Artworks das Genre entscheidend mitgeprägt. Der Hintergund zu dem Cover ist, dass ich mich sehr für Nordkorea interessiere. Das ist ein Hobby von mir, oder vielleicht schon eine Passion. Es gibt ein Propagandabild, dass mich zu dem Artwork inspirierte. Ich leite dann das Fotoshooting und lasse User alles zukommen. Er versteht genau was und wie ich es meine und macht daraus dann das Cover. Ich bin sehr zufrieden damit. Ich habe mit „Olympia“ einen Weg gefunden variabel zu komponieren und trotzdem einen gewissen roten Faden nicht zu verlieren. Mit „Ultra“ konnte ich das noch weiter optimieren. Um das zu untermauern, habe ich das Cover farblich an „Olympia“ angelehnt.

Ost+Front - Ultra (DigiPak-Format)

zur CD Rezension: Ost+Front – Ultra

SC: Eines der auffälligsten Stücke auf dem Album ist „Moldau“. Wie kam es zu diesem Track?

H: Ich habe mich als Kind schon sehr für klassische Musik interessiert. Einer meiner großen Favoriten war die Moldau. Ich hatte schon damals die Idee, daraus irgendwann eine eigene Adaption zu machen. Nun war es endlich soweit. Textlich befasst sich der Titel mit dem Prager Frühling.

SC: Wo kann man euch demnächst live erleben? Können sich eure Fans auf eine „Ultra“-Tour freuen?

H: Oh ja. Die Tour hat schon begonnen. Hier sind die Termine für den ersten Abschnitt:

06.02  Magdeburg @ Factory
19.02  Memmingen @ Kaminwerk
20.02  Zofingen @ Oxil (Schweiz)
26.02  Lübeck @ Rider‘s Café
27.02  Trollhättan @ Backstage Rockbar (Schweden)
05.03  Hildesheim @ Herzblut-Festival
19.03  St.Petersburg @ Backstage Club (Russland)
20.03  Moskau @ Theater Club (Russland)
26.03  Bad Salzungen @ KW70
15.04  Bremen @ Tivoli
16.04  Rostock @ Zuckerfabrik
22.04  Eernegem @ B52 (Belgien)
23.04  Zeist @ de Peppel (Niederlande)
30.04  Dresden @ Reithalle
07.05  Wittenberge @ Die Elbe Brennt
14.05  Goslar @ Kartell
04.06  Arnsdorf @ Raindays
11.06  Wernsdorf @ Markbrothers MC

SC: Die beiden Songs „Fick dich“ und „Volksmusik“ spielen die elektronische Karte aus. Gibt es neue Einflüsse, die euch bei diesem Album begleitet haben?

H: Elektronische Einflüsse gab es ja bei Ost+Front schon immer. Ebenso gewaltige klassische Elemente. Die Rezeptur ist ähnlich wie bei den ersten beiden Alben. Und auch die neuen Songs sind stilistisch ganz klar Ost+Front. Diese Art von Musik lässt mir in ihrem gegebenen Rahmen ohnehin recht viel Spielraum. Da muss ich keine großen Experimente wagen um das Rad neu zu erfinden. Ich schreibe einfach gute Songs und gebe den Leuten, was sie haben wollen.

Ostfront-Twoface

SC: Welche Pläne habt ihr generell für 2016?

H: Wir werden viel Live unterwegs sein. Ich habe auch bereits mit der Arbeit am 4. Album begonnen. Besonders Textideen sammle ich momentan. Es ist ja aktuell viel los. Ich gebe viele Interviews und bin viel unterwegs. Da ist so eine Aufgabe nebenher perfekt. Es sind kleine Fragmente, die ich irgendwann aufgeschrieben habe und nun zu kompletten Texten zusammenfüge. Nach dem ersten Tourabschnitt schreibe ich dann im Sommer neue Songs. Im Herbst und Winter spiele ich die Gitarren ein. Im Frühling 2017 bin ich für Gesangsaufnahmen im Studio und im Sommer 2017 wird das 4. Album dann abgemischt.

SC: Seht ihr die Vergleiche zu der Band „Rammstein“ eher als Kompliment oder als Beleidigung an?

H: Das ist ein großes Kompliment. Ich glaube vielen Bands ist überhaupt nicht bewusst, wie viele Türen Rammstein für deutschsprachige Musik geöffnet hat.

SC: Das Video zu „Sternenkinder“ ist kunstvoll produziert worden. Welche Inspirationsquellen habt ihr dazu benutzt?

H: Das verrate ich Dir nicht. Das würde dem Clip seinen Zauber nehmen.

SC: Wie liefen die Dreharbeiten für euch ab?

H: Sehr hektisch. Wie immer. Wir haben den Produzenten des Videos aus seiner Heimat Chile einfliegen lassen und am Abend vor den Drehtagen alle Details besprochen. Und dann haben wir gedreht und gedreht. Es war zeitlich sehr knapp bemessen, verlief aber alles nach Plan. Einen Tag nach den Dreharbeiten, saß ich schon wieder im Nightliner auf dem Weg zur nächsten Tour. Ich spiele ja noch bei der Band Oomph! und es ist oft ein Meisterwerk diese vielen Termine zu planen und unter einen Hut zu bekommen. Aber irgendwie klappt es am Ende immer.

SC: Zum Schluss könnt ihr noch Grüße loswerden.

H: Vielen Dank für Euer Interesse an Ost+Front. Wir wünschen allen Lesern viel Vergnügen mit dem neuen Album. Wer uns auf Tour besuchen möchte, kann sich am besten auf unserer Facebookseite informieren. Dort sind auch alle weiteren Infos zu neuen Veröffentlichungen etc, nachlesbar. Gruß, Herrmann

SC: Danke für das Interview!

Interview: Fabian Bernhardt
Fotos: Band

Ostfront-Tourflyer

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