CD Rezension: Orkan – Livlaus

Ähnlich düster und monolithisch wie das Coverartwork klingt auch das zweite Album „Livlaus“ der norwegischen Band Orkan. Die im Jahr 2008 vom Taake Live-Gitarristen Gjermund Fredheim und ex-Byfrost Drummer Rune Nesse gegründete Band hat bereits im Jahr 2012 mit einem Release auf sich aufmerksam gemacht.

War das Erstlingswerk noch ein „thrashiges, selbstfinanziertes“ Album, so finden wir hier mit dem Nachfolger ein im Studio aufgenommenes Album mit einem erheblichen Black Metal Anteil vor. Alle Aufnahmen wurden wurden live im Studio eingespielt, ohne Bearbeitung der grundlegenden Arrangements. Dies verleiht dem Werk eine organische, raue klangliche Struktur.  Die Tracks wurden eben nicht wie bei so manch anderer Metalband Stückweise am Computer zusammengesetzt. Nur einige Effekte und der Gesang wurden im Nachgang hinzugefügt.

Empfangen wird der Hörer bei „Fanden På Veggen“ mit Gitarrenriffs, die so undurchdringlich sind wie der Nebel in den Wäldern Norwegens. Zwischendurch rumpeln die Jungs ordentlich los und geben ihren schwarzmetallischen Einstand ganz im typisch skandinavischen Black Metal. Der zweite Song „Brende Bruer, Svart Metall“ überrascht dann schon etwas, denn hier wird ein sehr thrashiger Metal geboten, der auf den ersten Blick so gar nicht norwegisch klingt. Aber auch dieser Song fügt sich letztlich ins Gesamtbild ein. Bedrohlich und düster beginnt danach „Livlaus Del 1: Evig“ bevor Blastbeats mit sehr melodischen Riffs losbrechen. Geradezu eingängig wirken die Mid-Tempo-Passagen dieses Songs. Doch die keifenden Vocals lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es sich um Black Metal handelt. Mit einer gekonnten Black/Thrash Mischung überrollt „Livlaus Del 2: Dødens Dal“ den Hörer regelrecht. Es handelt sich bei „Livlaus“ aber beileibe nicht um ein reines Black/Thrash Album. So vernimmt der Hörer bei „Uforgjengeleg“ geradezu verspielte Passagen, die Progressive Metal Elemente enthalten. Dennoch verlieren sich Orkan nicht in irgendwelchen Spielereien und finden immer wieder zur düsteren Grundstimmung des Albums zurück, das sich inhaltlich um eine verlorene Seele dreht, die versucht, ihren Frieden im Königreich der Toten zu finden.

Mit ihrem spritzigen Mix aus Black und Thrash Metal gelingt es Orkan, Extreme-Metal-Fans in Verzückung zu versetzen und sicher auch, den ein oder anderen Toten aufzuwecken. Natürlich wird hier, wie bei so vielen anderen Bands aus diesem Genres, das Rad nicht neu erfunden, aber es gelingt ihnen, sehr gut Black und Thrash Metal sowie weitere Spielarten des Heavy Metal zu einer stimmigen Mischung kombinieren.

Anspieltipps:
Brende Bruer, Svart Metall
Livlaus Del 1: Evig

Tracklist:
01 Fanden På Veggen
02 Brende Bruer, Svart Metall
03 Livlaus Del 1: Evig
04 Livlaus Del 2: Dødens Dal
05 Livlaus Del 3: Tusen Sjeler
06 Uforgjengeleg
07 Skodde

Label: Dark Essence Records
Format: Audio-CD
Genre: Black Metal, Thrash Metal
VÖ-Datum: 11.09.15
Webseite: http://www.facebook.com/orkanmetal

Rezension: Karsten Henze

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