Provokation und Silberblicke … Interview mit Stahlmann

Sie sind nicht zu übersehen und aufgrund ihres Looks auch unverkennbar. Stahlmann müssen sich nicht verstecken und nehmen inhaltlich wie musikalisch kein Blatt vor den Mund. Mit ihrem brandneuen Album CO2 wollen sie die bisherige Erfolgsstory fortsetzen. Wir blicken im Interview hinter die Kulissen.

SzeneChecker (SC): Ihr habt euch bereits seit dem ersten Album bewusst einen bestimmten Look zugelegt, der euch praktisch unverkennbar macht. Welchen Stellenwert hat eine solche Corporate Identity heute für eine Band aus eurer Sicht?

Mart (M): Ja, wir haben uns früh darüber Gedanken gemacht, wie das Ganze aussehen soll… Es ging dabei gar nicht um irgendwelche Wiedererkennungswerte, wir wollten einfach einen Look, der auch optisch die Songs transportiert. Im Nachhinein hat es uns aber auch echt weiter gebracht, weil natürlich erstmal jeder stehen bleibt und schaut und sich denkt: „Warum sind die Spacken jetzt silber?“

SC: Wie ist der Albumtitel eures neuen Longplayers „CO2“ entstanden?

M: Wir hatten bisher immer Albumtitel, die ein Metall beschreiben… von Adamant als fiktives festestes Metall über Quecksilber zum flüssigen… dieses mal  war relativ schnell klar, dass Plasma die Single wird… Da Plasma der vierte Aggregatzustand ist, lag das gasförmige CO2 nahe …. Zudem beschreibt der Titel für uns auch einen kleinen Neuanfang, was ebenfalls gut passte.

SC: Das Album ist ja musikalisch nicht so sehr weit von den Vorgängern entfernt. Setzt ihr insgesamt lieber auf eine Verfeinerung eures Sounds als auf Experimente?

M: Das sehe ich komplett anders; natürlich ist CO2 immer noch ein NDH-Album, aber es wird z.B. mit Dubstepelementen gespielt, die es vorher in dem Genre so gar nicht gab… Der letzte Tag ist schon sehr deutschrockig, was auch untypisch ist, usw.

SC: Mit „Deutschland tanzt“ habt ihr einen potentiellen Clubkracher mit provokantem Text geschaffen. Bitte erzählt uns wie die Idee für gerade dieses Stück entstanden ist.

M: Die Grundidee war es, einen Tanzsong zu bauen, der trotzdem eine sozialkritische Komponente hat und dem Zeitgeist und uns selbst entspricht. Ich denke, es ist uns ganz gut gelungen, diese Dinge zu vereinigen. Es ist wichtig, dass über viele Dinge einfach neu nachgedacht wird.

stahlmann_co2

Albumartwork: Stahlmann – CO2

SC: Insgesamt sind eure Texte und Titel wie „Die Klinge“, „Sadist“ oder auch „Friss mich“ recht  plakativ und aufrührerisch. Spielt ihr bewusst mit der Provokation, um die Leute aufzurütteln?

M: Provokation ist ein super Tool und es macht einfach Spaß, wenn die Leute sich darüber aufregen und sie dabei unterbewusst zum Nachdenken animiert werden. Das Schöne ist, sobald sich jemand mit einer Thematik beschäftigt und auch wenn er sich nur erbost und sich aufregt, ist er gezwungen, über das Thema nachzudenken.

SC: Zum Song „Plasma“ habt ihr vor einer Art Endzeitkulisse ein Musikvideo gedreht. Wie war der Dreh für euch?

M: Verdammt heiß. Wir drehten an den 2 heißesten Tagen des Jahres bei 40 Grad. Das Silber und die Masken hielten immer genau 3 Minuten … also wurde den ganzen Tag nachgeschminkt und das Team hat eine echte Höchstleistung vollbracht. Trotzdem hat der Dreh wahnsinnigen Spaß gemacht.

SC: Seid ihr neben dem Dreh auch noch in weitere Dinge wie Konzeption oder Schnitt des Clips eingebunden gewesen?

M: Ich beschäftige mich im Vorfeld schon sehr mit einem Clip, d.h. die Grundidee kam von uns und wir haben im Vorfeld schon Kontakt zu der Endzeitgruppe aufgenommen und das grobe Konzept erstellt. Die finale Ausarbeitung, Drehbuch, Regie und Schnitt hat dann wie auch in den letzten Clips Rainer Fränzen übernommen.

SC: Welchen Stellenwert haben solche Videos heute in Zeiten multimedialer Überflutung für euch? Seht ihr Videos als Zugabe für die Fans oder eher als Werbeträger?

M: Als allererstes als großen Spaß und als eine tolle Möglichkeit zur Darstellung der Band. Die Fans haben Spaß daran, wir haben Spaß daran, das ist die Hauptsache. Natürlich ist es auch als Werbemedium wichtig, denn es ist ja auch immer der Vorbote zu einer neuen Platte.

SC: In diesem Jahr standen unter anderem das Rock Harz und das Amphi auf eurem Tourplan. Spielt ihr jeweils das gleiche Set oder variiert ihr eure Songauswahl je nachdem welche Art von Festival es ist?

M: Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Sets genauso auf Gothic- wie auf Metalfestivals funktionieren. Da gibt es für uns keinen Unterschied …

SC: Bis Ende des Jahres ist euer Tourplan gut gefüllt. Gibt es eine Show auf die ihr euch noch ganz besonders freut?

M: Oh ja, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll; München, Bochum, Hamburg, Berlin sind immer Highlights, aber auch die Shows in Russland werden ganz sicher wieder ein wahnsinniges Erlebnis… Davor das NCN nicht zu vergessen. Wir freuen uns auf eine endlos coole Tour .

SC: Wie geht es 2016 bei euch weiter? Habt ihr schon konkrete Pläne?

M: Ja, es wird weiter fleißig getourt im Frühjahr und dann geht’s weiter mit den Festivals wie z..B. Mera Luna und Co. Wir werden nicht rasten.

SC: Zum Schluss könnt ihr noch ein eigenes Statement oder einfach Grüße loswerden.

M: Lieben Dank an alle, die uns da draußen immer unterstützen, ob Fans, Streetteams oder Helfer hinter den Kulissen!

Danke für das Interview!

Interview: Karsten Henze
Fotos: Band

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