CD Rezension: Eisregen – Brummbär

Der Name der EP mag im ersten Moment verwundern. Doch mit „Brummbär“ ist keineswegs ein zotteliges Felltier gemeint. Wie auch das Coverbild zeigt, geht es um den Sturmpanzer IV. Mit dieser EP schickt die Thüringer Extreme Metalband Eisregen ihrem kommenden Album „Marschmusik“ eine passende Einstimmung voraus.

Geboten werden drei brandneue Songs und drei Remixe bekannter Eisregensongs mit Kriegsthematik. Es beginnt mit „Gott der Panzer“. Der Song ist auf der EP in einer alternativen Textversion enthalten und wird auch auf dem kommenden Album zu hören sein. Schwerfällig und stoisch wälzt sich dieser Metalsong unaufhaltsam voran. Gerade durch den langsamen Rhythmus bekommt der Song seine eindringliche Stimmung. Es folgt der flotte und tanzbare Track „Panzerschokolade“. Hier hat die Band mal wieder einen Song fabriziert, der sich zum Liveliebling mausern könnte. Angesichts des makaberen und eingängigen Textes wird es garantiert auf den kommenden Konzerten zu Tumulten vor der Bühne kommen.

Der Remix von Auf ewig Ostfront präsentiert sich tanzbar und weniger metallisch als das Original. Ein wenig geht dem Song dadurch die bedrückende Stimmung der Originalversion verloren. Aber das ist vermutlich so gewollt. Dennoch, wenn Blutkehle hier von der Fratze des Krieges singt, wirkt es sehr viel weniger schauerlich. Noch elektronischer fällt der Remix von „Schakal“ aus. Hier setzt die Band fast ausschließlich auf wummernde Beats und Synthies. Wer auf die schon bisher von Eisregen bekannten Elektrosongs steht, dem wird wohl auch dieser Remix zusagen. Alle reinen Metal-Fans werden wohl eher die Nase rümpfen. Wahrlich in eine musikalisch sehr andere Richtung geht der hier enthaltene Remix von Eisenkreuzkrieger. Hier wurde versucht dem Song ein Soundtrackgewand überzustülpen. Teils elektronische Beats und die verhaltene Geschwindigkeit verleihen dem Song in dieser neuen Version eine sehr getragene Atmosphäre. Dies ist sicher kein Song für eingefleischte Extreme-Metal-Fans. Eine musikalisch interessante Interpretation bietet sich hier aber allemal und darauf kommt es in dem Rahmen eine EP ja auch an.

Ein Song, den man erstmal auf sich wirken lassen muss, ist „Luftschlag / Metamorphose 1“. Weniger Song im eigentliche Sinne als vielmehr eine Klangkulisse aus Kriegsgeräuschen verarbeitet zu einem Musikstück erwartet den Hörer hier. Pianoklänge und vermeintliche Ruhe werden immer wieder zerrissen von Luftschlägen und Kampfgetöse. Auch wenn das sicher nicht den Nerv eines jeden Hörers treffen wird, so ist dies doch ein bemerkenswertes Stück.

Alles in allem bringen die vier neuen Songs einen ersten Eindruck des kommenden Albums. Die Thematik ist klar gesetzt. Die Remixe sind in weiten Teilen sicher Geschmackssache und gerade für reine Metal-Fans mitunter gewöhnungsbedürftig. Wer aber Eisregen kennt, der sollte wissen, dass es sich bei den Thüringern um eine sehr experimentierfreudige Band handelt, die auch vor Ausflügen in andere Genres nicht zurückschreckt. Insofern passt auch diese EP ins Bild und in die Diskografie der Band. Für Fans mit Sicherheit ein Muss, alle anderen sollten vorher reinhören.

Anspieltipps:
Gott der Panzer
Eisenkreuzkrieger (Remix)
Luftschlag

Tracklist:
1. Gott Der Panzer (Extreme Vox Edit)
2. Panzerschokolade
3. Auf Ewig Ostfront (Remix-Soldatendisko)
4. Eisenkreuzkrieger (Remix-Zimmermann)
5. Schakal (Remix-Aggro-Tambach)
6. Luftschlag / Metamorphose 1

Label: Massacre Records
Format: Audio-CD
Genre: Death/Black Metal
VÖ-Datum: 10.07.15
Webseite: http://www.fleischhaus.de

Rezension: Karsten Henze

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