Keine Angst vorm Teufel … Interview mit The Other

Die Horror-Punk-Band The Other ist erneut dabei, den Fans im positiven Sinn das Fürchten zu lehren. Ihr neues Album „Fear Itself“ ist unlängst erschienen und konnte bereits jede Menge gute Kritiken ernten. Mit neuen Bandmitgliedern und vielen frischen Ideen ist es der Band gelungen, einen echten Kracher abzuliefern. Mehr zum Album und seiner Entstehung lest ihr im Interview!

SzeneChecker (SC): Euer neues Album „Fear itself“ ist erschienen. Wie waren die Reaktionen der Fans bisher und wie zufrieden seid ihr selbst mit der Scheibe?

The Other (TO): Natürlich nehmen wir keine Alben auf, von denen wir nicht überzeugt sind, aber wenn man ehrlich ist, offenbart sich die Qualität einer Scheibe erst so richtig im Studio. Und als wir „Fear Itself“ erstmals so richtig gemastert gehört haben, waren wir schon sehr begeistert davon, wie gut das Album wirklich geworden ist. Aber natürlich macht man sich trotzdem seine Gedanken, wie eine Scheibe bei den Hörern ankommt….aber wie es scheint hatten wir keinen Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Selbst die Leute, die den Vorgänger „The Devils you know“ zu metallisch fanden, sind begeistert. Auch die Kritiker – jedenfalls fast alle – loben unseren sechsten Longplayer, so dass wir wohl etwas richtig gemacht haben.

SC: In der Vergangenheit gab es bereits zwei Comics von The Other. Worauf können sich eure Fans noch so freuen?

TO: Na ja, ich hoffe die Freude über die neue Scheibe hält noch ein bisschen an und man würdigt das feine Artwork, den tollen Sound von Waldemar Sorychta und unseren neuen Videoclip zu „Dreaming of the Devil“. Mit einem Comic sieht es eher mau aus derzeit, uns fehlt schlecht das Budget. Aber ab Oktober sind wir wieder – nach den Sommerfestival – wieder viel auf Tour, u.a. mit Christian Death,Argyle Goolsby und Nim Vind in  Deutschland, im November in England und im März in den USA. Für echte Sammler gibt es aber jetzt einen Rod Usher Wandschmuck bei den Profis von „Figurenwerkstatt Ruland“. Vielleicht können wir damit dem einen oder der anderen eine Freude machen. Macht sich gut über dem Bett, habe ich gehört.

SC: Bei der Neubesetzung der Band nach dem Ausstieg einiger Bandmitglieder habt ihr nun bewusst auf eine breitere Gitarrenformation gesetzt. Was hat letztlich zu dieser Entscheidung geführt?

TO: Wir haben schon auf „New Blood“ und „The Devils you know“ viele Licks und Riffs von einer zweiten Gitarre eingespielt, konnten das aber auf der Bühne nicht so replizieren. Das war zwar nicht tragisch und viel nicht weiter auf, aber wir wollten eben noch mehr mit Melodien und gruseligen Tönen arbeiten. Das ist uns gelungen, denke ich. Und natürlich machen zwei Gitarren auch live den Sound einfach fetter. Bad Religion habe ich live schon mal mit drei Gitarristen gesehen, das ist also nicht nur was für Metaller, falls jemand das denkt.

SC: War es schwierig neue, geeignete Bandmitglieder zu finden? Wie lief das ab?

TO: Ja, es war schwierig. Wir haben viele Leute getestet, dabei sehr nette Menschen kennen gelernt aber auch echt skurrile Begegnungen gehabt. Klar, über Musikergesuche auf Websites findest du halt nicht immer nur Wunschkandidaten. Am Ende war es eine Mischung aus Sympathie, Können und Motivation, die uns Ben Crowe, Aaron Torn und Pat Laveau in die Band gebracht haben. Und wir haben die richtigen Jungs dabei, da bin ich mir sicher!

The_Other_quer_faces

SC: Inwiefern haben die neuen Bandmitglieder und die neue Bandbesetzung den Sound des neuen Albums „Fear itself“ beeinflusst?

TO: Alle drei waren wesentlich und mega-engagiert am Album beteiligt und hatten einen großen Einfluss auf das Songwriting. Ben Crowe ist jetzt am längsten dabei und hat wohl am meisten dazu beigetragen aber Aaron und Pat haben richtig gut nachgelegt. Zusammen mit meine Song- und Arrangementideen, Gesangsmelodien und Refrains und Docs Drumming und Ablaufvorschlägen hat sich das alles perfekt zu einem schönen The Other Album entwickelt, so dass ich richtig Stolz auf die Jungs bin. Diese Kreativität und dieses Können machen Songwriting zu einem Spaß und nicht zu einem notwendigen Übel! Wir wollen jetzt schon am nächsten Album arbeiten.

SC: Wenn man sich das Behind the Scenes Video zur Single „Dreaming of the Devil“ anschaut, kann man schon ansatzweise erahnen welcher Aufwand dahinter steckt. Wie lange hat es gedauert bis dann alles im Kasten war? Beschreibt mal bitte ein bisschen den Drehtag oder die Drehtage.

TO: Für uns hat der Dreh „nur“ 13 Stunden gedauert. Aber Mitja Arzensek, der Produzent, hat noch ein paar Wochen lang daran gesessen, das darf man nie vergessen. Natürlich wurde auch viel Arbeit im Vorfeld erledigt, gerade was Konzept, Planung, Schauspieler- und Crewsuche anging. Gut, dass wir in der Medienhauptstadt Köln da viele gute Leute kennen, die uns echt unterstützt haben. Gerade die Schauspielerin Julie Stark war ein echter Glückgriff. Sie musste mehr arbeiten, als wir alle zusammen und sich wirklich krümmen und winden und mit Wasser nassspritzen lassen. Wir haben nur zum Song gepost und viel Bier getrunken…

SC: Mit einem solchen Video sind ja auch erhebliche Produktionskosten verbunden. Lohnt sich das eigentlich oder ist es nur eine nette Zugabe für die Fans?

TO: Na ja, Stand jetzt haben in einem Monat über 10.000 Leute das Video bei Facebook und knapp 10.000 bei youtube gesehen, dazu läuft es bei Putpat und anderen Netz-Sendern. Das ist ja als Multiplikator nicht zu verachten, auch wenn es sich nicht direkt monetär auszahlt. Aber man ist ja wahnsinnig stolz, wenn man so einen schönen Clip fabriziert hat. Die Produktionskosten haben sich in diesem Fall auch in Grenzen gehalten, da wir das Ding als „Freunde und Familie“-Projekt durchgezogen haben. Gerade Mitja – den Produzenten – hätten wir ansonsten wohl schwerlich bezahlen können, der ist in der Fotografie sehr bekannt und hat sein Metier unter anderem bei der legendären Annie Leibovitz gelernt.

SC: Betrachtet man das Artwork zum neuen Album, so fällt auf, dass sich dieses schon stark von seinen Vorgängern unterscheidet. Ihr setzt stark auf Symbole wie das Labyrinth, die Spinne usw. War das ein bewusster Schritt?

TO: Absolut, der rote Faden, der sich durch das Album zieht, ist das Motiv der Angst. Die Angst taucht in vielen Formen in so ziemlich jedem Song auf. Und dazu haben wir ein Cover gewählt, dass den Albumtitel „Fear Itself“ symbolisiert. Der Titel basiert auf das Zitat „Theres is nothing to fear but fear itself“ von Franklin D. Roosevelt und so zeigt das Cover Dinge, vor denen man eigentlich keine Angst haben muss. Unnötige Ängste werden so symbolisiert. Weiterhin ist er der Stil des Covers eine Hommage an die Horrorfilme der 1920er, einer Zeit der Unsicherheit und Furcht zwischen den beiden Weltkriegen. Aber alle Symbolik dahingestellt…..wir finden das Cover einfach geil!

the_other_fearitself_LP_COVERSC: Musikalisch fällt insbesondere der letzte Song auf dem Album auf, den man schon fast als episch bezeichnen kann mit den Streicher- und Orchester Passagen ganz am Ende. Wie ist speziell dieses Stück und die Idee dazu entstanden?

TO: Das Grundriff stammt von unserem kurzzeitigen Mitstreiter Jack Saw, der uns verließ, um bei The Treatment einzusteigen und jetzt bei einer Metalcoreband spielt. Wir fanden, dass es nach Rob Zombie und Danzig klang und waren begeistert, also entwickelten wir es zu einem Stück weiter, dass recht gruselig klingt und einige Interessante Wendungen offenbart. Zu den genannten Bands hatten sicher auch Black Sabbath noch einen gewissen Einfluss. Na und am Ende bot sich das Orchester förmlich an, um das Album ausklingen zu lassen, quasi als epischer Rahmen von Intro und Outro. Manche wollen schon Queen-Anleihen bei „Mephisto“ gehört haben. Damit können wir auch gut leben.

SC: Wie und wo kann man euch demnächst live erleben? Wird es eine Tour zum Album geben?

TO: Wir sind derzeit so aktiv wie nie und planen jetzt so richtig Gas zu geben. Und im Oktobr geht’s mit der Hell Nights Tour mit Christian Death, Argyle Goolsby und Nim Vind los.

SC: Danke für das Interview!

TO: Wir haben zu danken!

Interview: Karsten Henze
Fotos: Band

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