CD Rezension: Cruadalach – Rebel Against Me

Dass man Folk-Melodien gut mit Metal kombinieren kann, ist ja kein Geheimnis mehr. Unzählige Bands haben sich bereits an mehr oder weniger heftigen Metalsounds und diversen Pfeifen, Violinen und Co. versucht. In den illusteren Reigen reihen sich auch Cruadalach ein.

Mit dem Album „Rebel Against Me“ will die Band alle diejenigen „Rebellen“ grüßen, die im richtigen Moment opponiert haben. Ganz passend dazu verwenden Cruadalach im Intro Samples  aus Charlie Chaplins „Der große Diktator“. Das Rebellische kommt durch die keifenden Vocals von Sänger und Oberschreihals Jan „Randal” Vrobel besonders gut zur Geltung. Musikalisch setzt die Band vordergründig auf krachenden Metal. Dazu gesellen sich hier und da Violine, Dudelsack und Flöten. Die zum Teil recht vertraut klingenden Folk-Melodien werden von Cruadalach erstaunlich gut in die ansonsten eher kantigen Metaltracks eingewoben. Während der Opener „Revolt Without a Name“ stellenweise sogar in Thrash Metal Regionen vordringt, kann man Blastbeats und wilde Raserei ansonsten mit der Lupe suchen. Das hebt Cruadalach von Bands wie Arkona oder Ensiferum deutlich ab. Die Satten Mid-Tempo Songs wie „Earth Café“ oder „Life-Worshipping Bastards“ wissen aber gerade dadurch zu überzeugen, dass sie nicht durch Raserei durchschnitten werden. Selbst bei „Wolves at the Gates“, das zum Teil mit doch heftigen Double-Bass Attacken daher kommt, bleibt der rote Faden stets erhalten.

Dass sie gesanglich mehr drauf haben als Gekeife, zeigen Cruadalach bei „Earth Café“ und „Satyros“. Während der zarte männliche Klargesang bei „Earth Café“ im Vergleich zu den keifenden Vocals fast untergeht, gelingt es Cruadalach bei „Satyros“ mit ein bisschen Technikeinsatz und Chorus eine geradezu betörende Stimmung zu erzeugen, die sich in die Gehörgänge frisst. So zählt dieser Song zu den stärksten und eingängsten auf dem Album. Sowohl Klargesang als auch Härte in Form eines geschickt eingesetzten Blastbeats machen diesen Song zu einem echten Kracher. Die beiden Stücke „Karma to Burn“ und „The Astralnaut“ weisen einen schleppend langsamen Rhythmus und eine recht komplexe Struktur auf. Im Gegensatz zu den übrigen Stücken auf dem Album fehlt hier ein wenig der rote Faden und die Griffigkeit der Songstruktur. Den Ausklang des Albums bildet das extrem theatralische Stück „Ziemie Niczyje“, das eher nach Kinosoundtrack als nach Metalalbum klingt.

Fazit: Das bereits zweite Album der tschechischen Band Cruadalach hat mit Songs wie beispielsweise „Satyros“ wirklich starke Momente, kann jedoch nicht auf ganzer Linie überzeugen. Fans von Bands wie Arkona, Ensiferum oder Korpiklaani werden mit der Scheibe aber dennoch ihren Spaß haben.

Anspieltipps:
Revolt Without a Name
Earth Café
Satyros

Tracklist:
01. Revolt Without a Name
02. Shiva World Dance Party
03. Stuff That Matters
04. Earth Café
05. Rebel Against Me
06. Wolves at the Gates
07. Life-Worshipping Bastards
08. Satyros
09. Karma to Burn
10. The Astralnaut
11. Ziemie Niczyje

Label: MetalGate
Format: Audio-CD
Genre: Folk Metal, Hardcore
VÖ-Datum: 17.01.15
Webseite: http://www.cruadalach.com

Rezension: Karsten Henze

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