CD Rezension: Dysfunktion – Der alte Mann hat nein gesagt

Obwohl der alte Mann nein gesagt hat (oder vielleicht gerade deswegen) ist dieses Album so entstanden wie es nun vorliegt. Dysfunktion können mit Fug und Recht noch hinzufügen: und das ist auch gut so! Die Band aus der Nähe von Hannover hat ein respektables Debütalbum mit einer Schnittmenge von Punk-Rock, Deutschrock und Pop auf die Beine gestellt. Und was sagt der SzeneChecker dazu?

Zackiger Punk-Rock, melodische Gitarren-Riffs, eine klare Gesangsstimme, Ironie und Gesellschaftskritik haben ja auch schon bei Bands wie Bad Religion, den Ärzten und vielen anderen funktioniert, warum also nicht auch bei Dysfunktion? Es macht Spaß den Jungs zuzuhören. Gelegentlich wären ein paar mehr Ecken und Kanten wünschenswert, aber es muss ja auch noch Luft nach oben sein. Geradezu zaghaft beginnt der Opener „Lügen“ mit einem Drumsolo und einigen Keyboardklängen. Aber das ist nur der erste Eindruck. Die Jungs gehen dann schon noch heftiger zur Sache. Bereits beim zweiten Song kann man sich eines fetten Grinsens nicht mehr erwehren. Fetziger Punkrock und ein Text über eine Dame zwei Meter breit… Die Band versteht es auf eine humoristische und ironische Art und Weise mit jeder Menge Punk-Rock zu begeistern. Hier steppt der Bär und wer bei dem Song Fett ansetzt, der ist selbst Schuld. Bezüglich des Einsatzes von recht stark nach Plastik klingenden Keyboardsounds wie beim Song „BlogU(n)ser“ kann man sicher geteilter Meinung sein. Da wir es hier aber nicht mit einer reinen Punk-Rockband zu tun haben und es auch nicht zu nervig wird, geht das schon in Ordnung. Der wohl beste Song des Albums und irgendwie auch schon die heimliche Bandhymne ist „Normal“. Dieser Song setzt gerade nicht auf besonders schnell gespielten Punk, sondern auf einen Mid-Tempo-Beat. Dadurch sowie aufgrund des genialen Textes ist dieses Stück extrem eingängig und bleibt schon nach dem ersten Durchlauf im Kopf hängen. Auch der Song „R.S.F.“ – „Rauchen, Saufen, Feiern“ macht wirklich Spaß mit seinem Pop/Rock Stil. Diese Art von Songs steht der Band sehr gut zu Gesicht. Die schnellen Punk-Songs des Albums sorgen für die nötige Abwechslung und werden live für den ein oder anderen Tumult vor der Bühne sorgen.

Inhaltlich setzt sich die Band mit dem auseinander, was sie umgibt. Themen sind Reizüberflutung beim Song „Stimuli“, das Internet und Blogger bei „Blog U(n)ser“ oder das was die Medien alltäglich an Irrsinn verbreiten im Song „2 Meter“. Ironie und Wortwitz sorgen ein ums andere Mal für ein Grinsen auf dem Gesicht und machen die flotten Songs zu echten Punk-Rock-Krachern.

Fazit: Mit „Der alte Mann hat nein gesagt“ haben Dysfunktion ein gelungenes Debüt hingelegt. Bereits nach dem ersten Durchlauf des Albums bleibt ein sehr positiver Eindruck. Den Namen Dysfunktion sollte man sich merken. Mit weiteren Songs vom Schlage „Normal“ und „R.S.F.“ könnte es diese Band noch weit nach oben und auch in die Charts schaffen.

Anspieltipps:
2 Meter
Blog U(n)ser
Normal

Tracklist:
01. Lügen
02. 2 Meter
03. Scheißtag
04. Tristesse
05. Blog U(n)ser
06. Heldentat (Der Maikäfersong)
07. Stimuli
08. Normal
09. Die Wahl
10. R.S.F.
11. Dreck

Label: Eigenproduktion
Format: Audio-CD
Genre: Rock, Punk, Pop
VÖ-Datum: 28.02.15
Webseite: http://www.dysfunktion-band.de

Rezension: Karsten Henze

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