CD Rezension: The Other – Fear Itself

Wer von Horror-Punk spricht, der hat sehr häufig direkt diese Band im Sinn. The Other gelten nicht ohne Grund als eine der bekanntesten Bands dieses Genres in Europa. Trotz des Ausstiegs einiger Bandmitglieder erscheint nun ein neues Album, das erneut unter Beweis stellen soll, dass The Other nicht Pop sondern Horror-Punk spielen!

Und fürwahr nach einem kurzen atmosphärischen Intro mit Klavierklängen zeigen die Jungs in brandneuer Formation wo der Hammer hängt. Sägende E-Gitarren-Riffs und stampfende Drums sprechen für sich. Geradezu trotzig und mit Wut im Bauch singt Frontmann und Gründungsmitglied  Rod Usher: „Nie mehr werden wir zusammen untergehen, nie mehr werden wir für uns alleine stehen…“. Der Song steht geradezu programmatisch am Beginn dieses krachenden Albums. Die Nummer variiert zwischen flotten Punk-Passagen und eingängigen Refrains, die zum Mitsingen animieren. Die Band hat gut gewählt und hier direkt einen Ohrwurm platziert. Das folgende Stück „Bloodsucker“ packt noch ein bisschen mehr an Geschwindigkeit drauf. Rockig und punkig kommt es daher. Ebenfalls zu den flotten Songs gehört „Black Sails Against A Midnightsky“. Die klare Stimme von Rod Usher sowie der Punkrock-Sound der Band wecken Erinnerungen an Bad Religion. Die überwiegende Anzahl der Songs ist typisch für das Punkrock Genre mit weniger als vier Minuten Spielzeit kurz und knackig gehalten. Aus diesem Schema bricht der finale Song Mephisto aus. In geradezu epischen fünf Minuten fahren The Other hier ganz großes musikalisches Kino auf. Von fetten Gitarren-Riffs, über ausladende und dennoch eingängige Refrains bis hin zu Passagen mit Streichern wird hier alles geboten. Die Band geht weit über das hinaus, was man eigentlich von dem Genre Horror-Punk typischerweise erwartet und begeistert durch ein atmosphärisch dichtes und gelungenes Album.

Die Band zeigt, es gibt nichts zu fürchten außer die Furcht selbst. Sie jedenfalls gehen unerschrocken ihren Weg und lassen sich auch vom Weggang von Bandmitgliedern nicht bremsen. Ein wenig frischer Wind scheint der Band im Gegenteil sogar gut getan zu haben. Denn das neue Album ist definitiv eines der besten, wenn nicht gar das beste Horror-Punk Album überhaupt.

Anspieltipps:
Nie Mehr
Black Sails Against A Midnightsky
Mephisto

Tracklist:
01. Fear Itself
02. Nie Mehr
03. Bloodsucker
04. Black Sails Against A Midnightsky
05. Dreaming Of The Devil
06. Doll Island – Isla De Las Munecas
07. German Angst
08. Screams In The Black House
09. In The Dark
10. The Price You Pay
11. Funeral March
12. Animal Instinct
13. Rise
14. Mephisto

Label: Steamhammer (SPV)
Format: Audio-CD
Genre: Horror-Punk
VÖ-Datum: 19.06.15
Webseite: http://www.theother.de

Rezension: Karsten Henze

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s