Dunkel aber nicht zu düster… Interview mit Torul

Vier Alben in fünf Jahren, regelmäßig in den Alternative Charts vertreten und zudem noch mit Liveshows und Videoproduktionen präsent… Da wundert man sich schon, dass bei Torul überhaupt noch Zeit für Interviews bleibt. Torulsson, der kreative Kopf der Band, hat sich aber doch losreißen können und einige Fragen zum neuen Album und zur Entstehung der Songs beantwortet.

SzeneChecker (SC): Zunächst mal Gratulation zur Veröffentlichung eures neuen Albums „The Measure“, das sehr erfolgreich ist. Ihr seid mit eurem neuen Album auf einer hohen Position in die Alternative Charts eingestiegen. War es für euch eine Überraschung oder hattet ihr das schon erwartet?

Torulsson (T): Wir sind seit unserem zweiten Album „In Whole“ Stammgäste in den Alternative Charts, so dass es nicht wirklich eine Überraschung war, aber es ist natürlich immer großartig das zu sehen! Wir freuen uns immer über jede Stimme, weil das bedeutet, dass jemand unsere Musik mag!

SC: „The Measure“ ist euer viertes Album innerhalb von fünf Jahren. Es scheint ja so als ob eure Inspirationen unendlich sind. Wo bekommt ihr allgemein eure Inspirationen her und was hat euch speziell zu „The Measure“ inspiriert?

T: Wir bekommen sie sprichwörtlich von überall her. Ich habe das Gefühl, dass ich einfach diese Musik in mir drin habe… es gibt noch immer so viel, was ich in Zukunft noch machen will. Ich weiß nie genau was und wann, aber ich habe ein leeres Blatt Papier vor mir nach jedem Album. Ich nehme mir eine gewisse Auszeit, versuche nichts für Torul zu machen. Ich denke vertieft nach über mögliche neue Kreationen, bevor ich etwas auch nur anfasse… Das ist genau der Punkt, an dem ich mich momentan befinde. Aber es kommen bereits langsam einige Dinge an die Oberfläche. Ich habe einige frühe Ideen, die ich weiter verfolgen werde.

SC: Wie kann man sich die Entstehung eines Songs von Torul vorstellen? Setzt ihr euch im Studio zusammen und probiert Texte und Musik aus oder gibt es einen kreativen Kopf der Band?

T: Also, ich,  Torulsson, bin musikalisch hauptsächlich der kreative Antrieb der Band. Ohne Zweifel widme ich mich dem 100% während Jan und Borut andere Aufgaben haben und nicht so viel für Torul schreiben. Aber ich bin immer offen für ihre Vorschläge, wobei wir sehen werden, was die Zukunft bringen wird. Zu den Dingen, bei denen wir mehr gemeinsam arbeiten, gehören die Live-Performances und auch die Videoproduktionen. Wir haben für die Produktion aller Videos eine interne Crew gebildet, die „DIY Initziative“, mit einigen regelmäßigen Projektmitarbeitern wie  Darko Štante, Iztok Medja, Vid & Kaja Brezočnik und anderen großartigen Leuten, die sich uns angeschlossen haben, weil sie unsere Musik mögen und an uns glauben. Es ist also viel Willenskraft  beteiligt, während das Budget eher schmal ist. Intern erstellen Borut und ich oft die Konzepte für die Videos, Jan kennt sich großartig mit Kamera und Technik aus. Borut kümmert sich auch um die Auswahl und den Schnitt des Materials. Die Videoproduktion ist eine ziemlich stressige Angelegenheit und es sind viele verschiedene Etappen bevor man das Endprodukt sieht.

Float_01_torul

SC: Wenn man sich euer Album so anhört, dann kommt es einem vor als ob die letzten Songs ein wenig mehr experimentell sind als die anderen. Habt ihr das bewusst so angelegt?

T: Ich würde es nicht experimentell nennen. Es ist nur etwas Abwechslung. Wenn man genauer hinschaut, dann findet man solche Songs auf allen unseren Alben. Es ist so, dass jedes Torul Album eine Geschichte hat. Es hat einen Anfang und ein Ende und so ist auch die Reihenfolge der Songs! Die Geschichte wäre zu einfach und langweilig, wenn wir alle Songs gleich machen würden. Versteht du was ich meine? Ich denke an eine magische fiktionale Reise, lass dich einfach gehen.

SC: Alles in allem ist es nicht leicht eine Beschreibung für eure Musik zu finden. Der eine sagt möglicherweise es ist Electropop oder Synthpop, aber es gibt auch Songs die eher in Richtung House gehen und einige sind musikalisch noch ausgefallener. Wie würdet ihr es beschreiben?

T: Das ist schwer, weil Journalisten normalerweise mit speziellen Genres agieren… aber wir haben bisher schon Dinge gehört wie Neo Synthpop, Dream Pop, Alternative Pop, Darkpop, Electropop. Ich glaube wir haben auch was von „Indie“. Ich habe natürlich eine starke Club Beat Vergangenheit, so dass Dance/Electro Einflüsse auch vorhanden sind.

SC: Für das Artwork habt ihr  Petra Prezelj, eine sehr talentierte Illustratorin aus Slovenien, engagiert. Bitte sag uns wie ihr den Kontakt zu ihr gefunden habt und wie das Artwork entstanden ist.

T: Ich wollte schon seit dem ersten Torul Album mit ihr zusammenarbeiten! Aber das klappte nicht. Entweder war sie zu beschäftigt oder wir waren bereits mitten im Entwurf. Aber schließlich haben wir doch noch zusammengefunden! Ich stellte ihr das Konzept einer dunklen, aber nicht zu düsteren Traumwelt vor und sie entwarf sehr schnell etwas, das sehr ähnlich dem war, was am Ende entstanden ist. Danach Details, Details, Details… Ich hatte niemals auch nur einen Ansatz von Zweifel an ihr und ich hatte Recht – es scheint auch so als ob jeder das Ergebnis stark findet!

Torul - The Measure

SC: Im März und April habt ihr einige Shows in Deutschland gespielt. Wie war es für euch und was waren die absoluten Höhepunkte?

T: Wir hatten wirklich keinen so guten Start in München, wo wir neue Songs zum ersten Mal spielten und einige technische Schwierigkeiten hatten. Obwohl die Stimmung noch nicht perfekt war,  war Frankfurt dann sehr viel dynamischer! Wir hatten großartige Erlebnisse in Oberhausen und Dresden auf Festivals… und eine wirklich großartige Unterstützung des Publikums!

SC: Im Juni spielt ihr in  Ljubljana. Was sind eure Erwartungen in Bezug auf diese Show? Sind die Fans anders als in Deutschland?

T: Das wird ein ziemliches Festival werden. Eine große Bühne, eine große LED Wand… während wir hier dieses Interview führen wird das gerade vorbereitet! Wir werden außerdem erstmals einen Live-Schlagzeuger haben! Nach uns wird noch eine Band spielen und das sind die Pet Shop Boys, auf der gleichen Bühne wie wir! Ich habe früher viele der frühen Songs der Pet Shop Boys gehört und habe großen Respekt vor ihnen.

SC: Auf eurer Internetseite kann man sich viele Videoclips wie das Video zum neuen Song „The Balance“ anschauen. Wie wichtig ist so ein Clip aus eurer Sicht? Ist das nur ein bisschen Werbung oder auch ein Zusatz zum Song?

T: Also, es ist für uns als Band sehr wichtig, weil das das Gebiet ist, auf dem wir normalerweise zusammenarbeiten. Klar sind Musikvideos auch ein Werbemittel, aber wir sehen es nicht nur auf diese Art und Weise. Ein Video soll seine eigene Interpretation der Musik liefern. Das ist auch der Grund, warum wir bisher noch kein Konzept wiederholt haben. Jedes Video hat eine eigene Herangehensweise.

SC: Zum Schluss kannst du noch ein eigenes Statement an eure Fans und unsere Leser loswerden.

T: Ich danke euch so sehr, dass ihr uns hört. Bleibt uns treu, es wird noch mehr geben von Torul!

Danke für das Interview!

Interview: Karsten Henze
Fotos: Band


TORUL 2013A

Dark but not too gloomy … Interview with Torul

SzeneChecker (SC): First of all congratulations for the release of your new album „The Measure“ that turned out very successful. Your new album has entered the Alternative Charts at high positions. Was that a surprise for you or have you expected this?

Torulsson (T): We have been regulars on alternative charts since the second album, In Whole, so not really a surprise, but it’s certainly always great to see that! We are always happy for each vote, because that means someone likes our music!

SC: „The Measure“ is your fourth album in five years. It seems that your inspiration is endless. Where do you get your inspirations from in general and especially for „The Measure“.

T: Literally from everywhere. I just feel I’ve got that music in me…there’s still so much I’d like to do in future. Never know exactly what and when, but when there’s an empty sheet in front of me after each released album, I am taking some time off, trying not to do any new stuff for Torul, I am thinking deep about the possible new creations, before even touching anything…exactly where I am at this particular moment. Well, things are already slowly coming to surface, I have a few early ideas I will explore further.

SC: How can we imagine the creation of a song by Torul. Do you all sit together in studio and try lyrics and music or is there one of you that is the creative head of the band?

T: Well, me, Torulsson, is the main music creation drive here, without a doubt, I am also devoted to this 100%, whilst Jan and Borut have other jobs and don’t do much writing for Torul. But my door has always been open to their input, however, we will see what the future brings. Our more collaborative activities involve building the live performance together, and also video production. We have formed an internal core crew, the DIY Initziative, which has produced all videos with some of the regular collaborators, such as Darko Štante, Iztok Medja, Vid & Kaja Brezočnik and many other great people, who came through for us because they like our stuff and believe in us. So there is much willpower involved here, as budgets are tight. Internally, Borut and I most often do the concepts of videos, Jan is great with camera stuff and technicals, Borut is also selecting and editing the shot material. Video production is quite a stressful thing, has lots of different stages, before you can see the end product.

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SC: When listening to the album it seemed to me that the last songs are a bit more experimental than the others. Have you deliberately made it that way?

T: I wouldn’t use the word experimental at all, sorry  It’s just a variety. If you take a closer look, you will find this type of tracks on all of our albums! Namely, each of Torul albums is a story, has the beginning and end, and such is the order of songs, too! So the story would be one way and boring and certainly not a journey, if we did all tracks the same, you know what I mean? Try thinking a magical fictional journey, let yourself go.

SC: All in all it is not easy to find a description for your music. One might say it is Electropop or Synthpop but there are also songs that are a bit into House music and some are even more experimental ones. How would you call it?

T: That’s tough, as journalists usually come up with naming specific styles….but we’ve heard so far Neo Synthpop, Dream Pop, Alternative pop, Dark pop, Electro pop. I think we also have an indie element. And of course, I have some strong club beats background, so dance/electro music influences are also there.

SC: For the artwork of the album you have engaged Petra Prezelj, a very talented illustrator from Slovenia. Please tell us how you came in contact with her and how she created the artwork for you.

T: I’ve been wanting to work with her since the first Torul album! But that didn’t happen, either she was busy or we were already in the designing process. So finally we came together! I introduced the concept of this dark, but not too gloomy dream world to her and she came up with something similar to what it became in the end pretty fast! Then details, details, details…I never had a shade of doubt in her and I was right – seems like everyone is keen on it!

Torul - The Measure

SC: In March and April you have played some shows in Germany. How was it for you and what have been the definite highlights?

T: There was actually a not so good start in Munich, we performed new stuff for the first time there and had a few technical difficulties. Also, the mood was not perfect yet, but then Frankfurt was much more energetic! We had great experiences in Oberhausen and Dresden, at festivals…great crowd support really!

SC: In June you will play in Ljubljana. What are your expectations according to this show? Are the fans different to Germany?

T: This is going to be quite a festival. The huge stage, the huge LED panel…we are preparing stuff as we speak! Also, we will have the live drummer support for the first time! After us, there’s another band playing and right that one Pet Shop Boys, on the very same stage! I listened to a lot of early Pet Shop Boys in my early days, have a great respect for them.

SC: On your website one can watch several really nice videoclips such as the new video for the song „The Balance“. How important is a good clip from your point of view? Is it just a bit of advert or more a kind of addition to the song? In how far are you engaged in the creation of these clips?

T: Yeah, it’s very important for us as a band as well, as this is the area where we do stuff together, usually. Of course music videos are a promotional tool as well, but we don’t only see it that way – a video should offer its own interpretation of music as well, that’s why we haven’t repeated concepts so far, each video has had its own approach.

SC: Finally you can give an own statement to your fans and our readers if you like.

T: Thank you so much for listening to us, stay there, there’s more coming from Torul!

Thank you for the interview!

Interview: Karsten Henze
Fotos: Band

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