Die Herzmaschine läuft auf Hochtouren – Coppelius in Berlin

Ein Gastspiel der Herren von Coppelius in Berlin ist für das Auditorium stets eine große Ehre, so spielte eben jene Band bereits bei Feierlichkeiten zur Freigabe des Aspirins. Als eine der Dienstältesten Bands, die in der Originalbesetzung bis zum heutigen Tage musizieren, sollte einem legendären Abend nichts im Wege stehen.

„Der Luftschiffharpunist“ machte an diesem Abend den Auftakt und versetzte die anwesenden Gäste in Entzücken. Keine Frage, Coppelius hatten das Publikum von der ersten Sekunde an in ihren Bann gezogen. Auf dem Herrensitz des Hauses Coppelius ist die Zeit jedoch nicht stehen geblieben und so macht man sich stets Gedanken, um Neuerungen, um die Herzen des Auditoriums zu gewinnen. Ein Beweis dafür ist der Song „Klein Zaches“. Entnommen einer Oper, die Coppelius demnächst zur Ur-Aufführung bringen werden. Bei so viel Zukunftsmusik kann etwas Rückbesinnung nicht schaden und so präsentieren die Steampunk-Pioniere mit „To my creator“ eines ihrer ersten Werke, welches mit Begeisterungsstürmen seitens des Auditoriums auch gewürdigt wurde. Eine weitere Darbietung, die für den Ruhm dieser Band steht, ist das Stück „Schöne Augen“. Ein großartiges Stück, das allerorts mit Beifall geadelt wird. Ein weiterer Höhepunkt gesellte sich mit der neuen Single „Moor“ in diesen geselligen Konzertabend. Das ist ein Track, der zukünftig wohl kaum von einer Konzertreise wegzudenken sein wird.

Einen festen Bestandteil im Live-Repertoire der Band hat zweifelsohne die Nachwuchsförderung. Eine junge Band aus England hat es den Herren besonders angetan. Die Rede ist von „Iron Maiden“. Zu ihren Ehren wurden an diesem Abend gleich zwei Songs gespielt. Zum einen das etwas schlüpfrige „Charlott the harlot“ und das blutrünstige „Killers“. Ob sich diese englische Band allerdings durchsetzen wird, bleibt fraglich. Nach so viel unbekanntem Liedgut musste aber endlich wieder ein Song gespielt werden, der die Masse begeistern konnte und so klangen die ersten Takte von „Time-Zeit“. Das Auditorium reagierte euphorisch und machte diese Darbietung einer Verehrung gleich. Ein wirklich unsterblicher Track, dem noch Generationen nach uns lauschen werden. Zu Weltenruhm hat es „Sternenstaub“ bisher noch nicht gebracht, aber dieses Unterfangen sollte nach den begeisterten Reaktionen lediglich eine Zeitfrage sein.

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Nach „Surely“ und einem packenden Solo war dann Schluss mit dem regulären Set. Das Auditorium war jedoch so aufgebracht, dass wilde „Da Capo“- Rufe die Band zurück auf die Bühne führten und man mit „Contenance“, „Risiko“ und „Konzert“ weitere Stücke zur Aufführung brachte. Diese Anstrengungen seitens Coppelius reichten dem offensichtlich aufgeputschten Publikum immer noch nicht aus und so spielte man die unvorbereitete zweite Zugabe, die aus Iron Maidens „Transsylvania“ und dem Publikumsliebling „Habgier“ bestand. Nach diesem Marathon gab sich auch das Auditorium geschlagen und entließ Coppelius in den wohl verdienten Feierband.

Fazit: Coppelius sind mit ihrem „Kammer-Core“ einfach unvergleichlich. Es gibt derzeit wohl kaum eine deutsche Band, die an die Live-Qualitäten dieser Herren herankommt. Einen Auftritt sollte man sich unter keinen Umständen entgehen lassen, denn nur so klingt „Heavy Wood“.

Text: Fabian Bernhardt
Fotos: Lena Behlmer

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