CD Rezension: Torul – The Measure

Das englische Wort „measure“ steht unter anderem für Takt oder Rhythmus, aber auch für Maßstab. All das scheint auf das neue Album von Torul zu passen, denn mit Sicherheit ist das Trio darauf aus, mit ihren Rhythmen den Takt anzugeben und dabei neue Maßstäbe zu setzen. Hören wir, ob es ihnen gelingt.

Torul legen mit „The Measure“ ihr viertes Album innerhalb von fünf Jahren vor. Ihr Sound ist eine Melange aus modernen Electro-Beats, der Melancholie der 80er und Synth-Pop. Auffallend ist dabei, dass Torul nicht einfach nur versuchen den Sound der 80er zu kopieren, sondern ganz bewusst ihre eigenen Songs zu schreiben, die mal sehr verträumt und auch tanzbar daherkommen. Den Einstieg in dieses Album macht der Song „Lonely Night“. Eine brummende Syhntie-Fläche, ein Electro-Beat und ganz dezente Gitarren-Riffs sowie butterweiche Vocals empfangen den Hörer. Nach und nach entwickeln Torul eine Nummer, die tanzbar ist, ohne aufdringlich zu wirken. Weiche Gitarrenriffs und Synthie-Klänge wecken Erinnerungen an den Wave-Sound der 80er.

Dass sie mehr drauf haben als ein bisschen 80er und Electro beweisen Torul bei „Difficult to Kill“. Diese von einem 4/4-Beat getragene House/Electro Nummer ist tanzbar, aber dennoch entspannt genug, um während des Hörgenusses auch noch einen kühlen Drink zu genießen. Alle Fans von Dance-Beats sollten auch unbedingt bei „All“ reinhören. Dieser Titel geht definitiv ins Ohr und in die Beine. Beim zackigen Mittelteil lassen Torul Synthesizersounds vom Stapel, die zumindest entfernt an die gute alte TB 303 erinnern. Eingerahmt wird der flotte Mittelteil des Songs durch Passagen ohne Beats, in denen nur einige Flächen und die Gesangsstimme wirken. Der ein oder andere DJ wird sich mit Sicherheit eine Clubversion dieses Stückes wünschen, denn der tanzbare Mittelteil könnte auch gern länger sein.

Während die ersten sechs Songs des Albums im Electro/Dance Bereich angesiedelt sind, spielen die Songs sieben bis zehn in sehr viel ruhigeren und verträumten Gefilden. Mit beinahe nur gehauchten Vocals und einem sehr zarten Rhythmusgerüst leitet „We Grow“ diesen Reigen ein. Klanglich minimalistisch, aber dafür umso emotionaler geht es weiter mit „Lost For You“. Ein wenig gewinnt der Hörer das Gefühl, dass sich Torul im letzten Teil des Albums einem recht experimentellen Sound widmen. Während „The More We Are“ mit dissonanten Synthesizersounds, aber immerhin noch harmonischem Gesang und Beats aufwartet, verliert sich das letzte Stück „Discrepancy“ komplett in einer surrealistischen Klanglandschaft. Nicht nur dieser Song ist daher sehr passend zu dem traumhaften Artwork des Albums, das „The Measure“ abrundet und auch zu einem optische Genuss macht.

Fazit: Das neue Album von Torul zeigt, wie vielschichtig diese Band ist und beweist, dass auch im Electro-Pop-Genre mehr machbar ist, als andere Bands immer wieder zu kopieren. Insgesamt gibt das Album ein in sich stimmiges Bild ab, denn eine gewisse träumerische Grundstimmung zieht sich durch alle Songs. Torul gelingt einmal mehr die Symbiose aus dem Feeling der 80er und modernem Electro-Pop. Insofern ja, dieses Album hält was der Titel verspricht: Es hat Rhythmus, gibt den Takt an und setzt Maßstäbe für dieses Genre!

Anspieltipps:
Lonely Night
Difficult to Kill
We Grow

Tracklist:
01 Lonely Night
02 The Balance
03 Higher
04 Difficult to Kill
05 All
06 Hearts
07 We Grow
08 Lost For You
09 The More We Are
10 Discrepancy

Label: Infacted Recordings
Format: Audio-CD
Genre: Electro/Synth-Pop
VÖ-Datum: 20.03.15
Webseite: http://www.torul-recordings.net

Rezension: Karsten Henze

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