CD Rezension: Krakow – Amaran

Die aus Bergen stammende Post-Metal Band Krakow legt mit „Amaran“ ihr drittes Album vor. Bereits der Vorgänger „Diin“ konnte aufgrund seiner musikalischen Besonderheiten für einige Aufmerksamkeit sorgen. Ob es Krakow auch mit dem neuen Longplayer gelingen wird, das Publikum zu begeistern?

Beim Opener lässt sich die Band offenbar bewusst viel Zeit. Aus wenigen, recht monotonen Gitarrenklängen entsteht schließlich ein schleppender Rhythmus mit Klargesang, der sich nach und nach noch weiter steigert bis schließlich breite Riffs und Growls ein Highlight setzen. Die eingangs gehörten monotonen Gitarrenriffs kehren aber immer wieder und bilden den roten Faden dieses sehr ausladenden Stücks. Bereits hier wird klar, dass „Amaran“ kein Album ist, was man mal so nebenbei hört. Es ist eine intensive Post-Metal-Reise. Dabei sind mal mehr und mal weniger deutlich Songstrukturen erkennbar. Noch recht konventionell erscheint „Atom“. Auch bei diesem Song setzten Krakow wieder auf schleppende Rhythmen und Klargesang, wobei der Song sogar noch eine Spur eingängiger ist als der Opener. Auch hier gilt, man lässt sich nicht hetzen. Bei mehr als fünf Minuten Laufzeit bleibt mehr als genug Zeit für ausgiebige Gitarren- und Soundteppiche. Der kürzeste Song des Albums „Genesis“ kommt recht flott mit Stakkato-Riffs daher. Krakow bringen mit diesem Stück Abwechslung auf das Album. Der Song lebt vom Kontrast zwischen Stakkato-Parts und ausschweifenden, melodischen Passagen. Er wirkt allerdings streckenweise etwas hektisch und überladen. Melancholischer, aber ohne Highlights geht es weiter mit den Songs „Vitriol“ und „Pendulum“. Im Mittelteil plätschert das Album nur so vor sich hin. Bei dem mehr als neun Minuten langen „Of Earth“ verliert sich die Band schließlich völlig in monströsen Klanggebilden. Geradezu apokalyptisch erscheinen die wirren Klangteppiche über den stoisch voranschreitenden Trommeln. Nach diesem Abtauchen in die finstersten Abgründe wirkt der Ausklang des Albums „Ten Silent Circles“ geradezu beschaulich. Sanfte Gitarren und Klargesang lassen diesen Post-Rock Song zu einem der eher verträumten Stücke des Albums werden.

Fazit: Das Album hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck. Einerseits finden sich recht eingängige Stücke im Post-Rock Stil, andererseits sind aber auch Stücke enthalten, die mehr oder weniger nur aus wabbernden Klangkulissen bestehen. Dies lässt das Album insgesamt etwas inhomogen wirken. Die einzelnen Highlights reißen es leider nicht komplett wieder raus.

Anspieltipps:
Luminauts
Atom
Of Earth

Tracklist:
1 Luminauts
2 Atom
3 Genesis
4 Vitriol
5 Pendulum
6 Of Earth
7 Ten Silent Circles

Label: Dark Essence
Format: Audio-CD
Genre: Post-Metal, Post-Rock
VÖ-Datum: 09.02.15
Webseite: http://www.facebook.com/krakowband

Rezension: Karsten Henze

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