kreativ statt depressiv … Lars von Cycle Beating im Interview

Obwohl ihr Debütalbum den Titel „The Age of Depression“ trägt, sind Cycle Beating alles andere als depressiv. Ihr erstes Werk ist komplett in Eigenregie entstanden und jedes Bandmitglied hat seinen Anteil dazu geleistet. Auch wenn der Bassist auf der Bühne allgemein selten zu Wort kommt, für Cycle Beating steht Bassist Lars im Interview Rede und Antwort.

SzeneChecker (SC): Mit „The Age of Depression“ ist Ende 2014 euer Debütalbum erschienen. Wie lief die Entstehung des Albums? Habt ihr von Beginn eurer Bandgeschichte an Songs gesammelt oder gab es irgendwann den Punkt, an dem ihr euch hingesetzt und Songs für das Album geschrieben habt?

Lars (L): Wir haben uns im September 2012 gegründet und von Beginn an unsere eigenen Songs geschrieben. Das war uns wichtig. Im Januar 2013 sind wir dann in ein kleines Kellerstudio gegangen und haben 4 Songs für ein Demo aufgenommen. Diese 4 Songs sind auch überarbeitet auf dem aktuellen Album zu hören. Das waren damals The Age of Depression, In my darkest Dreams, Who do you think you are und The Wrong Path. Im Frühjahr 2013 sind die anderen Songs entstanden. Nur Still Sober kam erst kurz vor dem Studio als letzter neuer Song dazu.

SC: In euren Texten setzt ihr euch mit gesellschaftlichen Missständen auseinander. Was sind eure wesentlichen Inspirationsquellen?

L: Im Grunde genommen gibt es zwei Bereiche, die unsere Texte beeinflussen. Da sind die gesellschaftlichen Missstände und persönliche Tragödien. Letztere machen wohl einen Großteil der Texte aus. Da Robert die Texte schreibt, weiß wahrscheinlich nur er genau, woher er die Inspiration zu diesen Texten nimmt. Ein Teil ist tatsächlich persönliche Erfahrung – ein anderer Teil ist aus unserem Umfeld genommen.

Die gesellschaftlichen Texte entstehen aus dem Bewusstsein heraus, dass unsere Welt alles andere als Gerecht ist. Wir sind sicher keine Anhänger von Verschwörungstheorien, aber es ist schon recht offensichtlich, wie einseitig die Meinungsbildung bei uns funktioniert und welche Konsequenzen das hat. Burning Down The Bridge handelt z.B. von den Missständen in der Nahostregion. Dieser Unruheherd wird künstlich am Brennen gehalten. Jede Art der Konfliktlösung wird auf dem Rücken der dortigen Bevölkerung unterbunden. Und wir sind ein nicht unerheblicher Teil davon.

Cycle-Beating_The-Age-Of-Depression

SC: Wie kam es eigentlich zur Gründung eurer Band?

L:Eigentlich war Cycle Beating ein Jam – Projekt welches aus Niklas und Robert bestand. Nach kurzer Zeit kamen dann auch Kim und meine Wenigkeit dazu. Hier im Schwarzwald gibt es nicht sehr viele Metal-Locations. So trifft man sich früher oder später. Da wir alle Bock auf ne Band hatten, hat sich das recht schnell ergeben.

SC: Ihr habt im Jahr 2012 schon kurz nach Bandgründung euren ersten Auftritt gespielt. War das für euch?

L: Im Nachhinein sehr peinlich. Wir hatten kaum Songs, kaum Erfahrung, aber sehr viel Bock. Wir waren einfach nur schlecht. Dennoch haben wir weiter gemacht. Wir wussten auch nicht, wie schlecht wir wirklich waren. Als neue Band muss man denke ich anfangs einfach beim ersten Auftritt auf die Fresse fliegen um dann mit neuer Motivation weiter zu machen.  Daher war der Auftritt einer der Wichtigsten.

SC: Gab es zu dem Zeitpunkt schon den Bandnamen „Cycle Beating“? Wie seid ihr darauf gekommen und was verbindet ihr mit dem Namen?

L: Wir hatten zwar nicht von Anfang an einen Bandnamen, aber zum ersten Konzert hießen wir bereits Cycle Beating. Ich glaube auch nicht, dass ich je von einem anderen Bandnamen gehört hatte. Als wir in einer Probe mal über den Namen abgestimmt haben, gab es nur eine Alternative und die war Murks.

Ursprünglich kommt der Name wohl aus der Automobilindustrie und bezeichnet das Bescheißen beim Abgastest. Wir haben den Namen, weil ein Arbeitskollege von Robert überzeugt war, dass dieser Begriff für eine Metalband gemacht sei.

SC: Ihr habt euer Debütalbum ohne Label veröffentlicht. Seid ihr nun auf der Suche nach einem Label oder wollt ihr weiterhin alles selbst in der Hand behalten?

L: Bisher läuft das Debüt gewollt in „do it yourself“. Aber natürlich steht die Option Plattendeal nach wie vor im Raum. Der Aufwand für ein Release in Eigenregie ist einfach enorm. Bisher konnten wir das stemmen. Wir werden das zum nächsten Album aber neu bewerten. Mal sehen, ob wir dann unter fremder Flagge segeln.

SC: Was macht aus eurer Sicht das Besondere am Sound von Cycle Beating aus?

L: Wir kommen aus unterschiedlichen Genres. Auch wenn Robert einen Großteil der Songs geschrieben hat, hat jeder von uns einen gewissen Anteil daran. Über die Monate, die wir an neuen Songs immer mal wieder arbeiten, bringt jeder seine Meinung ein. Als Ergebnis haben wir dann eine Mischung von Thrash, Death und Hardcore, die sich nicht nur an den Riffs ausmachen lässt, sondern bei der auch mal die Gitarre in einem anderen Genre ist, als die Drums. Prinzipiell mögen wir eine bestimmte Form von Groove. Den hört man auf dem Album hoffentlich auch hier und da.

SC: Wo kann man euch demnächst live erleben? Habt ihr eine Tour oder Festivalshows geplant?

L: Bis Juni haben wir nur vereinzelt Shows in unserem Kalender stehen. Anschließend wird es das ein oder andere Festival geben. Spätestens für den Herbst wollen wir aber mal für ein paar Konzerte auf Tour gehen. Die Planung läuft und wir halten euch über unsere Homepage auf dem Laufenden.

Danke für das Interview!

Interview: Karsten Henze

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