CD Rezension: Usurpress – Ordained

Schon mit ihrem ersten Album „Trenches of the Underworld“ aus dem Jahr 2012 haben Usurpress gezeigt, dass sie mit Oldschool Death und D-Beat für Begeisterung sorgen können. Die Schweden präsentieren auf ihrem neuen Longplayer abermals eine sehr eigenwillige musikalische Mischung aus Death und Doom Metal mit einem Schuss Punk und Progressive Rock.

Nach einem markerschütternden Schrei beginnt der Opener „The Heart of the Last Kingdom“ zunächst im für Doom Metal typischen langsamen Tempo, bevor Usurpress die Death-Metal-Walze losrumpeln lassen. Der Begriff „rumpeln“ ist hier durchaus wörtlich zu verstehen, denn insbesondere die Drums scheinen sich zuweilen geradezu zu überschlagen. Das alles klingt ein bisschen nach Punk, ist aber offenbar so gewollt. Die Vocals von Sänger Steffe Pettersson sind wie im Death Metal üblich grunzend, aber insgesamt eher unspektakulär. Der Opener besteht fast ausnahmslos aus schnellen Passagen. Ein wenig mehr Abwechslung bietet „Storming the Mausoleum“. Das Stück, das eher gemächlich beginnt, kann teilweise mit krachendem Death-Metal aufwarten, verliert sich im Mittelteil allerdings in einen langsamen Doom-Metal-Part, bevor Usurpress zum Ende hin nochmal das Gaspedal bis zum Bodenblech durchdrücken. Nach einem kurzen, wenig aussagekräftigen, ruhigen Zwischenstück namens „The Undeification“ geht es im gewohnten Death/Doom-Stil weiter. Bei „Fire in the Minds of Men“ setzen Usurpress stellenweise sogar Klargesang ein, der recht pathetisch daherkommt. Erwähnenswert ist in jedem Fall noch die Coverversion „Lóthlorien“. Hier haben sich die Schwermetaller von Usurpress einen Song von Bo Hansson vorgenommen, der eigentlich im 1970er Progressive Rock angesiedelt und von der „Herr der Ringe“-Saga inspiriert ist. Usurpress gelingt es, dem Song insbesondere im letzten Teil einen schwermetallischen Charakter zu verpassen, ohne die Stimmung des Originals zu zerstören. Etwas unwirsch wirkt allerdings der fehlende Übergang zu dem anschließenden „Deny Salvation (Wolf-Like Dogs)“, das sofort losdonnert. Dieser Song zählt zu den härtesten und kompromisslosesten auf dem Album. Nach einem weiteren krachenden Death/Doom Song namens „Embracing the Vultures“ läutet ein zartes Ontro das Ende des Albums ein. Große Innovationen oder besondere Highlight hält das Album nicht bereit. Insgesamt wirkt die Produktion bewusst roh und vermittelt durch eine Spielweise, die zum Teil an Thrash Metal und Punk erinnert, eine ganz eigenwillige, aggressive Klangwelt. Die Scheibe ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, kann sich aber aufgrund ihres ganz eigenen Charakters aus der Masse von Extreme-Metal-Produktion durchaus abheben.

Anspieltipps:
The Heart of the Last Kingdom
Lóthlorien
Deny Salvation (Wolf-Like Dogs)

Tracklist:
01. The Heart of the Last Kingdom
02. Storming the Mausoleum
03. The Undeification
04. Fire in the Minds of Men
05. Insignia of Illumination
06. Ritual Warfare
07. The Eyeless Spectator
08. Fan the Flames of Madness
09. Lóthlorien
10. Deny Salvation (Wolf-Like Dogs)
11. Embracing the Vultures
12. As the Monolith Comes Alive

Label: Doomentia Records
Format: Audio-CD
Genre: Death Metal, Doom Metal
VÖ-Datum: 14.11.14
Webseite: http://usurpress.com

Rezension: Karsten Henze

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