Ein gutes „Omen“ für Blutengel … Chris Pohl im Interview

Mit ihrem neuen Album „Omen“ setzen Blutengel erneut ein Zeichen und beweisen einmal mehr, dass sie aus der schwarzen Szene nicht wegzudenken sind. Der Dark-Pop-Sound ist ihr Markenzeichen und auch das neue Album spart nicht mit Hit-Kandidaten. Im Interview spricht Chris Pohl über das neue Album, Pläne und auch über das 15-jährige Bandjubiläum.

SzeneChecker (SC): Nach dem großartigen Erfolg von „Monument“ sind die Erwartungen sicher hoch. Wie schätzt ihr das neue Album ein?

Chris Pohl (CP): Nun, wir finden natürlich, dass es noch gelungener ist als „Monument“. Wir haben ja die gleichen Zutaten wie beim letzten Album benutzt, das ganze nur mit neuen, außergewöhnlicheren Gewürzen veredelt. Den Weg, den wir mit „Monument“ eingeschlagen haben, führen wir hier konsequent fort. Was vorher eher gewagt war, ist jetzt Programm und dafür wagen wir wiederum andere Dinge.

SC: Was verbindet ihr mit dem Albumtitel „Omen“?

CP: Ein Zeichen! Wir setzen mit Blutengel ein Zeichen. So und nicht anders wird es mit BE weitergehen… Auch wenn das Wort „Omen“ eher mit negativen Vorahnungen in Verbindung gebracht wird, so soll es doch für uns und für die Fans als ein positives Zeichen gesehen werden. Musikalisch ist das die Richtung und das ist ein Versprechen.

SC: Das Albumcover zeigt eine Nonne in Gebetshaltung. Wie kam es zu dieser Idee?

CP: Ich behandele auf dem Album viele Themen, die mit Glauben zu tun haben. Die Frage, was oder wer Gott ist und ob man ihm, so es ihn denn gibt, blind vertrauen sollte… Was passt da besser als eine Nonne, die ja stellvertretend für absolute Gottestreue steht? Außerdem sieht sie sehr sexy aus….

Blutengel - Omen

SC: Ihr seid für eure spektakuläre Bühnenshow bekannt. Was erwartet den Besucher auf eurer Tour?

CP: Im Prinzip das Gleiche wie auf der letzten Tour, nur anders. Wir werden diesmal neben unseren Showmädels wieder mit Videoprojektionen arbeiten und unsere Musiker um einen Live Gitarristen erweitern…

SC: Welche Pläne habt ihr für das Jahr 2015?

CP: Erstmal sehen, wie das Album ankommt. Dann eine Woche durchfeiern und dann auf Tour gehen. Danach kommen die Festivals und im Herbst der zweite Teil der Tour. Zwischendurch basteln wir an einer Best of, für die wir viele Hits komplett neu aufnehmen.

SC: Das Video zu „Sing“ ist in Rom entstanden. Wie kam es zu dieser Idee, wieso dieser Ort?

CP: Ich wollte DIESEN Regisseur und der kam nun mal aus Rom also mussten wir da auch hin. Tatsächlich sah ich einen Clip von ihm und wollte mal mit ihm zusammenarbeiten… Als ich dann das Script gelesen habe, war ich überzeugt, dass die Entscheidung die Richtige war. Die Story und die Bilder von der Schauspielerin haben mir extrem gut gefallen also ging es nach Rom…

SC: Auf „Omen“ widmet ihr euch Themen, wie die Verrohung der Gesellschaft („ Wir sind, was wir sind“) und dem menschlichen Miteinander („The war between us“). Stellt ihr eine größere Rücksichtslosigkeit innerhalb der Gesellschaft fest?

CP: Wer das nicht tut ist entweder blind oder tot. Die Welt ist am Abgrund… Jeder weiß es, aber die wenigsten machen sich Gedanken… Schau dir das doch an im Fernsehen… Kriminelle werden immer jünger, ein Leben ist nichts mehr wert, noch mehr Menschen sterben wegen fanatischer Glaubensidioten…. Das ist fast schon nicht mehr egoistisch, das ist der Wunsch nach Gott SEIN! Entscheiden über Leben und Tod und mit Gewalt den Willen durchsetzen…Eine rosige Zukunft liegt vor uns…

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SC: Ihr hattet vor kurzem euer 15-Jähriges Bandjubiläum. Als Blick zurück, gibt es etwas, dass ihr gern anders gemacht hättet?

CP: Eine größere Location gewählt. Aber du meinst natürlich in den 15 Jahren… Ja, ich hätte einige Menschen nicht in die Band geholt, die ja mittlerweile auch nicht mehr dabei sind… Zu Anfang war man zu planlos und zu nett… Das hat uns Jahre gekostet, die wir nun aber schnell aufgeholt haben… Ansonsten glaube ich, haben wir alles richtig gemacht.

SC: Mit welchem Künstler würdet ihr gern zusammenarbeiten?

CP: Pffff da gibt es nicht viele…. Aber wenn Trent Reznor oder Martin Gore anfragen würden, würde ich nicht „Nein“ sagen…

SC: Gibt es einen Ort oder eine Location, in dem ihr gern mal spielen würdet?

CP: O2 World in Berlin – Einfach um zu gucken wie das von der Bühne aus aussieht…

SC: Zum Schluss könnt ihr noch Grüße an eure Fans loswerden.

CP: Bleibt stark in diesen Zeiten! Glaubt an euch und lasst euch euren Glauben nicht vorschreiben. Bleibt anders, denn das ist die bessere Wahl.

Danke für das Interview!

Interview: Fabian Bernhardt

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