Kombination der Extreme … Interview mit Final Faith

Gerade ist das erste Album erschienen und schon müssen sie Rede und Antwort stehen. Final Faith haben mit ihrem Debüt „Chaos Injected“ ein Album hingelegt, dass jedem Metal-Fan vor Freude die Ohre klingeln lässt. Wir haben nachgefragt zu den Hintergründen und natürlich auch zur Bandgeschichte sowie aktuellen Entwicklungen.

SzeneChecker (SC): Ich grüße euch und gratuliere zur Veröffentlichung des ersten Albums. Was war das für ein Gefühl als ihr das finale Produkt endlich selbst in den Händen gehalten habt?

Final Faith (FF): Wir konnten es natürlich kaum aushalten! Nach sehr langem Songwriting und Aufnahmen sind wir natürlich alle auf glühenden Kohlen gesessen und haben uns nachdem die CDs bei Robert ankamen direkt im Bandraum getroffen um zusammen die Platte anzuhören und gebührend zu feiern. Vor allem markiert es aber auch den Abschluss einer turbulenten Zeit und wir sind froh den Kopf wieder frei für neue Songs zu haben.

SC: Ihr habt 2005 mal im Bereich Hardcore Punk begonnen. Wenn man sich euer aktuelles Album „Chaos Injected“ so anhört, dann steckt da schon jede Menge Death Metal drin. Wie kam es zu der musikalischen Entwicklung?

FF: Mehrere Besatzungswechsel, ein ganzes Stück Zeit sowie natürlich die Wandlung des eigenen Musikgeschmacks spielen da zusammen. Wir hören alle sehr unterschiedliche Musik und das destilliert sich wohl im momentanen Songwriting. Wir werden definitiv auch noch einige Experimente wagen.

SC: Wie würdet ihr eure aktuelle musikalische Ausrichtung beschreiben bzw. in welchem Metal-Genre ordnet ihr euch selbst ein?

FF: Wir wollen uns da eigentlich kein Genre aussuchen, fühlen uns aber als Death Metaller ziemlich wohl. Die Genrezuordnungen überlassen wir lieber den vermeintlichen Experten.

SC: Wie habt ihr seinerzeit als Band zusammengefunden? Gibt es eine erzählenswerte Begebenheit zur Bandgründung?

FF: Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch unser Sänger Robert übrig, was eben auch mit unserer musikalischen Entwicklung zu tun hat. Der Rest hat sich dann über den Freundeskreis bzw. über „hey ich kenn da jemand der Gitarre, Bass, Querflöte 😉  spielt, lass den mal fragen…“ zusammengefunden. Zu letzt ist noch unser Bassist Philipp in der Band gelandet, da unser vorheriger Bassist Michl wegen seinem Studium aussteigen musste.

SC: In dem Zusammenhang steht auch die Frage, warum erst jetzt euer Debüt erscheint? Habt ihr die Zeit gebraucht, um euch musikalisch zu finden oder waren Besetzungswechsel oder andere Dinge der Grund dafür?

FF: Wie schon vorher leicht angeschnitten gab es über die vielen Jahre hinweg einige Besatzungswechsel. Zuletzt sind 1 Gitarrist (wir waren ehemals 3 Gitarristen) und der Bassist ausgestiegen und ersetzt worden. Die Musik hat sich dadurch natürlich grundlegend geändert, wenn man unsere alte EP „Buried in Oblivion“ anhört merkt man dass wir mit der „Damaligen“ Musik nicht mehr so viel am Hut haben. Um ehrlich zu sein mussten wir uns aber auch zwingen Chaos Injected fertigzustellen und endlich los zu lassen. Hätten wir uns selbst keine Deadline gesetzt würden wir wahrscheinlich immer noch daran herumtüfteln. Aber wie eingangs erwähnt sind wir froh dass die Scheibe endlich raus ist und wir weiter machen können.

02_FinalFaith

SC: Beim Song „Chains“ wirkt Joachim Baschin von Undertow als Gastsänger mit. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

FF: Als wir den Song zum Probehören mal im Proberaum schnell aufgenommen und an den Vocals vom Chorus getüftelt haben, kam eigentlich gleich bedingt durch die entstandene Melodie die Idee „hey das würde doch wie die Faust auf’s Auge passen, wenn der Joschi den Chorus singt…lass mal nachfragen…“. Da man sich über 100 Ecken auch kennt und ungefähr aus dem gleichen Eck kommt, hat es dann glücklicherweise auch problemlos geklappt.

SC: Wenn man sich die Songtexte mal etwas genauer betrachtet, dann fällt auf, dass einige Songs doch recht pessimistisch sind wie etwa „The hermits invocation“, andere aber doch eher positiv, ja fast kämpferisch wie „Oceans & Dreams“ oder auch „Out of the fire we arise“. War es Teil des Konzepts von „Injecting Chaos“ solche Gegensätze darzustellen?

FF: Ja, unser Sänger hat eine Lyrische Ader. Es war ihm und dem Rest sehr wichtig dass sich ein Konzept durch unser Album zieht. Zerfall und Absturz der eigenen Psyche, und der Kampf mit seinen inneren Dämonen spielt dort eine zentrale Rolle. Da wir in unserer Musik auch versuchen „Extreme zu kombinieren“ passt das relativ gut in den Charakter des Albums.

SC: Welche generellen Überlegungen stecken hinter dem Albumtitel und der Zusammenstellung der Songs?

FF: Chaos Injected basiert auf einem Konzept, das schon lange in der unserer Schublade schlummerte. Das Album erforscht die innere surreale Welt des Protagonisten und erzählt eine Geschichte von Selbstaufgabe, der Gier nach Wissen, uralten Dämonen und den Kampf mit diesen und sich selbst. Die Lyrics selbst sollen aber für sich allein stehen, so dass sich der geneigte Hörer selbst auf diese Reise begeben, und sich selbst ein Bild davon machen kann. Zusammenfassend ist es wohl eine extreme Form der klassischen Suche danach „was die Welt im innersten zusammenhält“.

SC: Für ein Debüt ist „Chaos Injected“ ein sehr ausgereiftes und optisch wertiges Album. Da ihr offensichtlich ohne Label arbeitet, wie habt ihr das alles selbst finanzieren können?

FF: Das haben wir unserem Gitarrist/ Mischmaster Markus Fischer zu verdanken. Er hat schon vor einigen Jahren angefangen mit Home Recording herum zu probieren. Irgendwann ist das Home Recording immer professioneller geworden und die Anforderungen an die Qualität der Sachen immer mehr gestiegen. Durch seine Erfahrung konnte er schon einmal ein sehr gutes Grundgerüst für die Aufnahmen bauen. Abschließend haben wir die fertig gemischten und geschnittenen Aufnahmen von Lasse Lammert Mastern lassen. Das Artwork kommt von dem äußerst talentierten Künstler Darksynhedrion (absumaniac.deviantart.com) aus Polen, die Texturen im Booklet stammen von der deutschen Künstlerin Mercurycode (mercurycode.deviantart.com) beide haben uns ihre Werke sofort zur Verfügung gestellt. Wir hatten wohl einfach das Glück, dass wir die meisten Dinge durch harte Arbeit und der großartigen Unterstützung von anderen Künstlern meistern konnten. Diesen Weg werden wir vermutlich auch zukünftig einschlagen.

SC: Wäre es für euch erstrebenswert bei einem Label anzuheuern oder wollt ihr lieber unabhängig bleiben?

FF: Das ist der Plan für 2015, wir würden uns in einem Label natürlich wohl fühlen. Aber erst einmal wollen wir dafür eine vernünftige Bewerbung gestalten. Es läuft bei uns alles etwas holprig an, was dann aber dabei herauskommt soll sich natürlich immer sehen lassen können. Wir werden sehen was die Zukunft bringt. Was zählt ist, dass wir alle darauf brennen weiter zu machen und all unser Herzblut in die Band stecken. Die ersten neuen Songs sind jedenfalls schon in Arbeit.

SC: Wo kann man euch in der nächsten Zeit live erleben?

FF: Der nächste Termin wäre am 14. März im Rock It in Aalen. Danach spielen wir am 2. April in Augsburg. Alle weiteren Dates und Infos erfährt man auf unserer Homepage http://www.final-faith.com oder auf facebook: https://www.facebook.com/finalfaith
Wir sind natürlich immer offen für Gigangebote, also wer uns bei sich haben möchte kann sich einfach melden unter info@final-faith.com !

SC: Das letzte Wort gebührt euch. Zum Schluss könnt ihr selbst noch ein paar Worte an eure Fans und unsere Leser richten, wenn ihr möchtet.

FF: Erst einmal Danke an dich, dass du dir Zeit für uns nimmst. Und auch ein riesen Dank an unsere Fans, die uns schon seit Jahren unterstützen und wir hoffen dass wir noch viele Menschen mit unserer Musik glücklich machen können. Als kleines Dankeschön an unsere Fans gibt es unser Album „Chaos Injected“ ab dem 24.12.2014 bis Ende dieses Jahres kostenlos zum Download. Außerdem gibt es demnächst noch eine kleine Überraschung von uns… man darf gespannt bleiben.

SC: Danke für das Interview!

Interview: Karsten Henze

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