CD Rezension: Shrike – Sieben

Nur knapp ein Jahr nach ihrem zweiten Album „Hinab in die vertraute Fremdheit “ lassen die Berliner Black Metaller von Shrike erneut ein Album auf die Welt los. Mit fünf Songs und knapp 30 Minuten Spielzeit fällt dieser Longplayer eher kurz aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Black Metal Bands verzichten Shrike aber dankenswerterweise auf überlange Songs, die minutenlang keine Abwechslung bieten. Auch langweilige Intros oder Zwischenspiele muss man nicht fürchten. Shrike geben sofort auf die Zwölf. Bereits der Opener „Kreise“ empfängt den Metal-Fan direkt mit einem hämmernden Blastbeat. Der Sound kann zurecht als roh bezeichnet werden. Ein wenig Feintuning hier und da hätte aber auch nicht geschadet, um etwa Bass-Drum und Snare noch etwas kräftiger herauszuarbeiten. Für eine Black Metal Produktion ist die Qualität trotz des gelegentlich etwas dumpfen Klanges aber in Ordnung. Die Berliner beschreiben ihre Musik selbst als roh, aggressiv und stimmungsvoll. Die ersten beiden Attribute kann man ohne Einschränkungen so unterschreiben. Nach den ersten drei Songs, die überwiegend von Gebolze und Blastbeats geprägt sind, bietet „Von den Farben der Sehnsucht“ einen sehr getragenen Rhythmus mit Klargesang, geflüsterten Textpassagen und einem sehr am Doom-Metal orientierten Sound. Das ist eine Nummer, die unter die Haut geht und offenbart, dass Shrike sehr viel Potenial haben. Mit ihrer neuen CD „Sieben“ blicken Shrike an einigen Stellen über den Tellerrand des Black Metal Genres. So wartet das selbstbetitelte Stück „Shrike“ etwa auch mit Passagen auf, die nach Thrash Metal klingen. Den Abschluss der CD bildet das Stück „Grimassen“, bei dem Shrike breite Gitarrenwände und eine Mischung aus Raserei und Mid-Tempo Grooves zu Gehör bringen. „Sieben“ ist kurz, aber sehr abwechslungsreich und intensiv.

Anspieltipps:
Kreise
Shrike
Von den Farben der Sehnsucht

Tracklist:
01. Kreise
02. Kadaver
03. Shrike
04. Von den Farben der Sehnsucht
05. Grimassen

Label: TWS-Music
Format: Audio-CD
Genre: Black Metal
VÖ-Datum: 11.04.14
Webseite: http://www.shrikeberlin.com

Rezension: Karsten Henze

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